Eine finnische Tageszeitung bietet ihren Leserinnen und Lesern die Gelegenheit, kurze SMS zu schreiben, die im Blatt anonym veröffentlicht werden und oft weitere Zuschriften provozieren. Kurz vor dem Mittsommerfest 2026 erscheint der folgende Zweizeiler:
Die Aufzüge in Mehrfamilienhäusern sind soziale Folterkammern.
Nach den festlichen Sommerabenden mit Tanz und frohem Gesang bricht eine neue Woche an. In der Spalte mit den Zuschriften steht eine Entgegnung:
Für einen angespannten, humorlosen Menschen, der z.B. im Aufzug auf Mitmenschen trifft, existiert die soziale Folterkammer. Er kann ja versuchen, die Treppe hochzugehen, wenn es ihm so sehr Angst macht. Freundlichkeit ist für Mitmenschen viel netter als ständiges Nörgeln.
Zwei Tage später schreibt wieder jemand:
Ich habe die den Aufzugsfoltertext nicht geschrieben. Ich möchte dennoch den, der darauf geantwortet hat, darauf hinweisen, dass ich immer lieber die Treppe hochklettern würde, um nach Hause zu kommen; aber die schmerzenden Hüfte und Knie hindern mich daran. Ich gehe in den Fahrradkeller solange, bis die anderen verschwunden sind. Dann fahre ich in aller Ruhe mit dem Lift. Dies dem verständnislosen Schreiber zur Information.
(Etelä-Suomen Sanomat, 17.6., 22.6., 24.6.2026)