Radiotipps für die Woche vom 31. März bis 6. April 2014

 

Stecker raus.   Menschen ohne Strom

 

Von Dieter Jandt

 

Mittwoch, 2.4.2014, 22.03 Uhr, SWR2

 

Jährlich sind bundesweit mehr als 300.000 Haushalte von Stromsperrungen betroffen, Tendenz steigend. Auch der vermehrte „Stromklau“ ist ein Indiz dafür, dass vielen Menschen Energie zu teuer geworden ist. Verbraucherverbände fordern ein Grundrecht auf Strom und die EU stärkeren Schutz vor Energiearmut. Die Realität aber sieht düster aus. Manche Menschen bleiben über Monate ohne Strom, verbringen den Abend bei Kerzenlicht oder kommen nur noch zum Schlafen nach Hause. Was wäre zu tun, damit Strom für alle bezahlbar ist? Sozial schwache Familien können sich keine energiesparenden Geräte leisten, nicht einmal Sparlampen. Die Stadtwerke einiger Kommunen bieten Pre-Paid-Zähler an und Automaten, an denen man sich kurzfristig nach Bedarf mit Strom versorgen kann. Aber wenn kein Geld da ist? – Ein Ausflug zu Menschen, die ohne Strom leben müssen.

 

Das Land in meinem Kopf
Eine Reise von Ostpreußen nach Polen

 

Von Rainer Schildberger

 

Freitag, 04.04.2014, 20:10 Uhr, DR Kultur

 

Im Februar 1945 sind Millionen Deutsche auf der Flucht vor der näher rückenden Roten Armee, auch Monikas S., die damals 16-jährige Mutter des Autors. Halbverhungert landet sie bei Berlin. Hier beginnt das neue Leben, später dann das persönliche Wirtschaftswunder.
Die ostpreußische Heimat ist kein Thema mehr. An den Vertriebenentreffen nimmt Monika S. nicht teil. Das Land ist für sie verloren und jeder Versuch, es zurückzugewinnen, verfehlt.  Erst 1996 sieht sie es zum ersten Mal wieder. Sie bereut die Reise bis heute. Denn das Land ihrer Kindheit existiert nicht mehr. Mit der polnischen Realität kann sie nichts anfangen. Nur die Landschaft macht sie anscheinend noch einmal glücklich. Der Autor unternimmt eine Reise zu den ererbten Erinnerungen, in das Land im Kopf. Die immer wieder gehörten Geschichten der Mutter im Gepäck. Und den alten Stadtplan von Braunsberg, einer Stadt nahe der russischen Grenze. Doch seine Mutter warnt ihn: Da ist nichts mehr. Aber der Autor möchte das Land in seinem Kopf endlich verändern.

 

Der Genozid in Ruanda
Die Deutschen und der Genozid in Ruanda

 

Von Arndt Peltner

 

Samstag, 05.04.2014 , 13.05 Uhr, Bayern2
Wiederholung am Sonntag, 21.05 Uhr

 

Ruanda gilt als der schwärzeste Punkt in der Geschichte der Vereinten Nationen. Beinahe eine Millionen Menschen wurden in rund 100 Tagen ermordet, aber die UN verhinderte das Morden nicht. Als in den Abendstunden des 6. April 1994 die Maschine des ruandischen Präsidenten im Anflug auf Kigali abgeschossen wurde, war das der Auslöser für einen Massenmord an der Tutsi-Minderheit im Land. Die westlichen Nationen zeigten sich überrascht, griffen nicht ein und weigerten sich lange Zeit, von einem Genozid zu sprechen. Die Tragödie in ihrem ganzen Ausmaß wurde möglich, weil die Vereinten Nationen, die USA, Frankreich und Belgien frühe Warnungen nicht ernst nahmen. Mehr noch: Die UN zogen die meisten ihrer Soldaten ab, als der Genozid gerade begonnen hatte. Warum schaute die Weltöffentlichkeit weg? Auch die verschiedenen staatlichen Einrichtungen Deutschlands vor Ort in Ruanda reagierten nicht, obwohl sie sehr wohl mit bekamen, dass gezielt auf einen Massenmord hingearbeitet wurde. So machte sich Deutschland mitschuldig an der Eskalation der Gewalt. Wie es dazu kam, versucht das Feature zu klären.

 

Das Rätsel vom Kloster Lorsch
oder Warum das Frühmittelalter eigentlich gar nicht so düster war, wie man immer gedacht hat.

 

Von Gabi Schlag

 

Sonntag, 6.4.2014,  14.05 Uhr,  SWR2

 

Das Weltkulturerbe Reichskloster Lorsch wird instandgesetzt. Ein Kloster, von dem oberirdisch nicht mehr übrig ist als die Königshalle, ein Teil der Basilika und die Klostermauer. Ein Bauwerk, das Rätsel aufgibt. Gegründet im achten Jahrhundert, in einem Zeitalter, das gemeinhin als das finstere Mittelalter bezeichnet wird. Was kaum jemand weiß, ist, dass in diesem Jahrhundert eine Renaissance des Wissens der Antike stattfand und der Weg in die europäische Zivilisation begann. Der Grundstein für die Wissenskultur des Abendlandes gelegt wurde, der noch heute hilft, die Welt zu verstehen und zu ordnen. Das Kloster Lorsch und seine Geschichte sind der Beweis: Das achte Jahrhundert brachte Licht ins Dunkel des Mittelalters.
Das Feature begleitet die Historiker beim Lösen der Rätsel von Lorsch und bei ihrem Versuch, die Geschichte des achten Jahrhunderts in einem neu angelegten Weltkulturerbepark adäquat zu erzählen.

 

 

Sternenkind – Das kurze Leben der Lilli Lion

 

Von Karla Kraus

 

Sonntag, 6. April 2014, 18:05 Uhr, hr2-kultur

 

Kathrin freut sich auf ihr Kind. Doch wenig später der Schock: das Baby hat schwerste genetische Schäden, wird die Schwangerschaft nicht überstehen. Was tun?
Was tun? Das Kind im Bauch beherbergen, bis es sich von selbst verabschiedet? Die aussichtslose Schwangerschaft schnell beenden? Und wenn das Kind doch zur Welt kommt, schwerst behindert? Das Feature folgt den dramatischen Monaten einer Schwangerschaft mit einem behinderten Kind und verdeutlicht das Dilemma einer pränatalen Medizin, die immer genauer diagnostizieren, aber nicht alles therapieren kann. Das Feature wurde mit dem DRK-Medienpreis und dem Hörfunkpreis der Theodor-Springmann-Stiftung ausgezeichnet.