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Homepage von Jürg Häusermann


Sunday, April 22. 2007

Soundseeing und Soundscapes im Penang Cafe




Ulrich Gottlieb präsentiert auf seiner Homepage verschiedene Arten von Texten und Bildern, aber auch Audioproduktionen aus Klängen, Geräuschen und Interviews, die er in Asien und Europa aufgenommen hat.

Die Beispiele lassen sich unter der folgenden URL direkt abhören:

Penang Cafe Podcast

URL für den Feed (in die Podcast-Software kopieren, z.B. bei iPodder/Juice unter "Subscriptions": "Add new feed", bei iTunes im Menu "Erweitert - Podcast abonnieren"):



Kommentar:

Die Hörstücke bieten ganz Verschiedenes; aber angetan hat es mir die Aufnahme vom Markusplatz in Venedig: Sechseinhalb Minuten Taubengeflatter, Schritte, Straßenkehrerbesen...

In der Vorlesung zum Thema "Hörbuch"
Hörbuch 1. Kapitel
sind wir von der Markusplatz-Aufnahme ausgegangen, um zu verstehen, wie stark der Autor in einem solchen Stücks präsent ist (durch den neuen Kontext, das Signet, den Aufnahmeort, die Verarbeitung zur mp3-Datei, eventuelle Schnitte usw.), auch wenn er scheinbar nur Vorgefundenes wiedergibt. Natürlich ist sich der Autor dessen auch bewusst, wenn er diese Töne isoliert. Wie weit derartige Beiträge in einer Tradition der Objektkunst stehen (bei der die Gegenstände selbst und nicht ihre klanglichen Abbilder eingesetzt werden), kann hier nicht diskutiert werden. Besser ist ein Verweis auf Ulrich Gottliebs eigene Kommentare auf seiner Essay-Seite:

Penang Cafe Essays







 

Monday, December 25. 2006

Nur Geräusche: Alles, was es in der Stadt zu hören gibt, auf Berlincast.com


Auf Berlincast.com platziert Yukio King Geräuschteppiche in Stereo - kleine Kunstwerke, die unter dem Kopfhörer eine Begegnung mit der Klangvielfalt der Großstadt ermöglichen.

URL für den Podcast (in die Podcast-Software kopieren, z.B. bei iTunes im Menu "Erweitert - Podcast abonnieren"):



Link für die Seite mit dem Feed: http://berlincast.com/

Kommentar:
Es ist eine Kunst, aussagekräftige Geräuschteppiche ("Atmo") aufzunehmen. Und Yukio King sind einige satte Geräuschdokumente gelungen, die einen sofort in ihren Bann ziehen. Mir gefällt besonders "U-Bahnhof Schlesisches Tor": Siebeneinhalb Minuten Menschen und Verkehr. Weil es länger ist als "Hey Jude", hat man Zeit, sich darauf einzulassen und sich zu wundern über den ständigen Wandel des akustischen Bildes.

Berlincast zeigt schön, wie feingliedrig eine scheinbar gleichförmige Aufnahme durch das Stereobild werden kann. (Deshalb ist der Kopfhörer die bessere Variante als PC-Boxen.) Einige Beispiele sind für meinen Geschmack etwas zu unklar (z.B. "Rolltreppe SonyCenter"), vielleicht auch weil es zu kurz ist und man nicht richtig reinkommt. (Ich bin ja der Meinung, dass man Atmo immer mindestens drei Mal so lang aufnehmen sollte, als man dazu Lust hat. Bei der Herstellung von Radio-Features ärgert man sich bei der Produktion oft, dass man zu kurze Stücke hat oder Loops basteln muss, in denen dann immer der gleiche Hund vorkommt.)
Die ersten Folgen waren auf 128 kBit/s komprimiert, bei den jüngsten sind es 160 kBit/s. Ich finde es gut, dass sich Yukio Kind diese "Qualität" leistet. Leider hört man manchmal Windgeräusche. (Wer das nicht kennt, soll sich "Ecke Blissestrasse Berliner Strasse" anhören, da ist über längere Strecken ein Knattern zu hören, das entsteht, wenn der Wind übers Mikrofon streicht. Das kann mit einem Windschutz fürs Mikrofon gemildert werden.)

Insgesamt aber wohltuend, so etwas als Podcast zu finden, wenn man mal auf anderen zu viel endlosen Monolog erwischt hat.

Ein Interview mit Yukio King finden Sie auf der SWR-Homepage:
http://www.swr.de/swr2/audiohyperspace/ger_version/interview/king.html









 

Monday, December 25. 2006

Mini-Reportagen, Mini-Features: Kurze, sorgfältig gestaltete Beiträge im Deutschlandradio


Deutschlandradio Kultur sendet täglich Mini-Features von ca. 6 Minuten Länge zu kulturellen und sozialen Themen.

URL für den Podcast (in die Podcast-Software kopieren, z.B. bei iTunes im Menu "Erweitert - Podcast abonnieren"):



Link mit Feed: www.dradio.de/rss/podcast/sendungen/reportage/

Kommentar:
Diese Beiträge verdienen Aufmerksamkeit, weil sie liebevoll mit viel Atmo und O-Ton produziert sind. Die Autorin führt den Hörer zu einem akustisch wahrnehmbaren Ort und erzählt dort ihre Geschichte. Diese Art Mini-Feature unterscheidet sich drastisch vom alltäglichen "Beitrag mit O-Ton", in dem keine Menschen und Orte, sondern nur abstrakte Aussagen und trockene Statements vorkommen.

Allerdings erreicht auch diese Form ihre Grenzen:
1. Dass sich Atmo durch den ganzen Beitrag zieht, ist schlicht nicht notwendig, um ein atttraktives Ambiente entstehen zu lassen.
2. Wenn jeder Beitrag mit Atmo oder einem O-Ton anfangen muss, führt dies im Text leicht zu stereotypen Formen des szenischen Einstiegs.
3. Die Redaktion scheint von den MitarbeiterInnen zu verlangen, dass sie die Orte und v.a. das Aussehen von Hauptpersonen beschreiben. ("bläulich-graues Haar, Dauerwelle" - "Mitte 20, krauses Haar, sportliche Figur" - "Mitte 40, grau melierter Vollbart, khakifarbenes Hemd und Hose"). Dass dies nur etwas bringt, wenn es mit den übrigen Aussagen des Beitrags verknüpft ist, hat sich leider nicht herumgesprochen.

Dennoch: Es lohnt sich, reinzuhören. Wer etwas darüber lernen will, wie man mit dem Radio erzählt, findet in dieser Sendereihe viel Studienmaterial.








 
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Juerg Haeusermann | Universitaet Tuebingen