Radiotipps für die Woche vom 8. bis 14. Februar 2010

Homepage von Jürg Häusermann


Thursday, February 11. 2010

Radiotipps für die Woche vom 8. bis 14. Februar 2010


Lyriker im Originalton SWR2 Lyrikstimmen
Ab 25.01.2010 täglich um 6.20 Uhr in SWR2 am Morgen und zwischen 16 und 17 Uhr in der Sendung SWR2 Impuls.

SWR2 am Morgen stellt die wichtigsten deutschsprachigen Lyriker im Originalton vor. Kurt Schwitters, Erich Kästner, Rose Ausländer, Franz Werfel, Ernst Jandl, Günter Grass, Marie-Luise Kaschnitz, Robert Gernhardt und viele mehr lesen eigene Gedichte – einzigartige historische Tondokumente.
Die Reihe "SWR2 Lyrikstimmen" ist in Zusammenarbeit mit dem hörverlag München entstanden.

Mafia in Mailand
Das organisierte Verbrechen greift nach Norden

Von Henning Klüver
Di, 09.02.2010 | 19.15-20.00 | DLF Feature
Die verschiedenen Mafia-Organisationen Süditaliens haben längst neue Geschäftsbereiche im prosperierenden Norden erschlossen. In einigen Gebieten im Hinterland von Mailand kontrolliert die "Ndrangheta", die kalabresische Mafia, bereits ganze Straßenzüge und Stadtviertel.
Wie in den abgelegenen Tälern im Süden entscheidet sie auch hier über Leben und Tod von Menschen, über Gewinn und Verlust von Unternehmen. Riesige Geldsummen vor allem aus dem Drogenhandel werden über von Strohmännern geleitete Firmen gewaschen und fließen in die internationalen Finanzmärkte.
Neue Metrolinien sollen bis zur Eröffnung der Weltausstellung EXPO 2015 in Mailand fertig gestellt, Hochhäuser in den Himmel gewachsen sein. Solch gigantische Bauprojekte haben den Appetit einiger Clans der Kalabresen geweckt. Sie haben in Banken Fuß gefasst und in der Politik an Einfluss gewonnen. Mailand scheint zum Testfall für den Angriff des organisierten Verbrechens auf das reiche Europa zu werden.

Amore Pattex
Über Menschen, die eine alte Liebe nicht loslassen können

Von Andreas Fischer
Mi, 10.02.2010 | 00.05-1.00 | DR Kultur Feature
Eigentlich gehört sich das ja nicht: Das Private öffentlich machen. Aber wenn man es freiwillig tut? Und wenn das Private von öffentlichem Interesse ist? Kommentarlos, aber nicht humorlos, lässt Andreas Fischer Betroffene erzählen - von ihrer großen Liebe und warum sie nicht davon loskommen.
Sie haben es mit Therapie und Psychotraining versucht, sie haben Fotos zerrissen und Andenken verbrannt, es hat alles nichts geholfen. Sie kleben an ihrer großen Liebe, auch wenn die Beziehung Jahre oder Jahrzehnte her ist. Als Erkrankung gilt das nicht, aber ein chronisches Leiden ist es schon.

Riot Girls
Ausflüge in die Kampfzone

Von Sabine Bernardi und Annette Blaschke
Mi, 10.02.2010 | 22.05-23.00 | SWR2 Feature
"I want to be the girl with the most cake", grölte Courtney Love 1994 in "Doll Parts". Klar wollten sie und die anderen selbst ernannten "Riot Girls" auch ein Stück vom großen Showbusiness-Kuchen abhaben. Voll aggro war das – aber irgendwie auch nur Show. Längst vergessen. Denn heute regieren die echten Riot Girls das urbane Tagesgeschehen. Kratzen, beißen, Haare ziepen – das war gestern. Heute wird geprügelt, getreten, gekifft und flashgemobbt, und das am liebsten im Team mit den besten Freundinnen. In den vergangenen 15 Jahren hat sich die Zahl der jugendlichen Gewalttäterinnen in Deutschland mehr als verdoppelt. Jede fünfte Körperverletzung bei Jugendlichen geht laut Kriminalstatistik auf das Konto eines Mädchens. Wer Glück hat, landet per Gerichtsbeschluss irgendwann im Anti-Aggressivitäts-Training und lernt dort, dass frau das Stück Kuchen auch anders bekommen kann. Wer Pech hat, macht weiter bis zur Strafmündigkeit.

Um fünf im Urwald zum Requiem im Sturm
Hans Christian Schmid – Porträt eines Kinoaußenseiters

Von Josef Schnelle
Fr, 12.02.2010 | 20.10-21.00 | DLF Feature
Es gibt - grob gesagt - zwei Typen von Filmemachern. Diejenigen, die eigentlich immer denselben Film drehen und dabei ihre ganz eigene Bilderwelt immer perfekter erschaffen. Und jene anderen, die mit jedem Film eine neue Welt betreten und diese spannend und variantenreich umsetzen.
Hans Christian Schmid, Mitte 40, ist genau so ein Typ. In "Nach fünf im Urwald" beschrieb er 1995 das Lebensgefühl der bayerischen Provinz und die Suche nach den Wonnen der Großstadt. Nebenbei entdeckte er die damals 17-jährige Schauspielschülerin Franka Potente.
Schmids Film "23" beschwor 1998 die unbändige Kraft eines Chaos-Computerclubs. "Lichter" (2003) erzählte von den aussichtslosen Überlebenskämpfen einiger Figuren in Frankfurt an der Oder. "Requiem" beschreibt einen authentischen Fall von Teufelsaustreibung in der deutschen Provinz der 70er-Jahre. Die Hauptdarstellerin Sandra Hüller wurde für ihre Leistung unter anderem mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet.

Koma-Kicks
Erkundungen unter jungen Kampftrinkern

Von Tom Schimmeck
Sa, 13.02.2010 | 13.05-14.00 | BR2 radioFeature
Jedes Jahr trinken rund 750.000 Menschen in Deutschland das erste Mal Alkohol. Jeder fünfte 14-Jährige greift einmal pro Woche zur Flasche. Für viele der Beginn einer Trinkerkarriere. Das Rauschtrinken, „Koma-“ oder „Flatrate-Saufen“ nimmt zu. Das Einstiegsalter für Alkoholiker ist unter 13 Jahre gefallen. Jugendalkoholismus findet kaum in Statistiken statt, aber es gibt ihn. Die einen wollen einfach ein bisschen erwachsen sein, dazugehören, manche wollen auch Sorgen vergessen, und die meisten träumen davon, so richtig cool zu sein. Hoch die Tassen. Weitertrinken. Filmriss. Mehrere Tausend Kinder und Jugendliche landen in Deutschland jedes Jahr volltrunken im Krankenhaus. Dabei sind die Gefahren für jugendliche Trinker ungleich höher als für Erwachsene: das kindliche Nervensystem reagiert empfindlicher, bereits ab 0,5 Promille Alkohol im Blut kann ein Jugendlicher bewusstlos werden. Während bei einem Erwachsenen etwa 6 Gramm Alkohol je Kilogramm zum Tode führt, stirbt ein Schulkind bei der Hälfte.


Die Große Wasser- und Feuerprobe
Zehn Variationen über den Karneval von Venedig

Von Heinz von Cramer
Sa, 13.02.2010 | 18.05-19.00 | DR Kultur Feature
Heinz von Cramer schuf aus Klangmaterial der letzten fünf Tage des venezianischen Karnevals 1985 und 1986 eine Suite, collagierte nach rhythmischen und klanglichen Prinzipien, um das närrische Treiben zu vermitteln.
Von der Ankunft in der winterlichen Lagunenstadt über Larvenumzüge, Maskeraden, Prozessionen und Feuerwerk bis hin zum nebeligen, mitternächtlichen Katzenjammer, zu Tod und Maskensterben am Aschermittwoch.

Echte Männer tanzen nicht
Erkundungen am Rande der Tanzflächen

Von Beate Berger
So, 14.02.2010 | 14.05-15.00 | SWR2 Feature am Sonntag
Sie stehen rum und rühren sich nicht und halten sich stur am Glas fest. Männer am Rand der Tanzflächen bringen Frauen an den Rand der Verzweiflung. Nur 10 Prozent aller Männer tanzen gern, aber mehr als 90 Prozent aller Frauen. Ein eklatantes Missverhältnis mit traurigen Folgen für die Paarbildung. Wieso wollen sich Kerle nicht rhythmisch bewegen? Können sie nicht? Wollen sie nicht? Fehlt ihnen ein Gen? Oder sind es Tradition und Erziehung? Beate Berger - selbst leidenschaftliche und leidende Tänzerin – geht dem merkwürdigen Phänomen nach und erkundigt sich bei erklärten Nichttänzern, begeisterten Tänzerinnen, Tanzlehrern und Tanzhistorikern und beim bekennenden Tanzverweigerer Nick Hornby.

Mein lieber Heinrich -
Eine niederdeutsche Familienmontage

So, 14.02.2010 | 18.50-19.00 | hr2-kultur | Feature
Anhand von Briefen und persönlichen Erinnerungen werden die Erlebnisse einer niederdeutschen Familie in Zeiten des Krieges geschildert.
In den Briefen, die auch eine tiefe Liebesbeziehung offenbaren, wird deutsche Geschichte mit zwei Weltkriegen und der Katastrophe nationalsozialistischer Herrschaft lebendig. Die Autorin, die von ihrer eigenen Familie erzählt, erhielt für das Feature den Robert-Geisendörfer-Preis.



 

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Juerg Haeusermann | Universitaet Tuebingen