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Friday, January 29. 2010
Die Pause
Oder: Der beschleunigte Stillstand Von Thomas Kernert Mi, 03.02.2010 | 00.05-1.00 | DR Kultur Feature Es gibt Spielpausen, Schulpausen, Mittagspausen, Atempausen, Zigarettenpausen. Die These, dass die Pause so unnütz wie ein Loch im Kopf sei, wird heute selbst von nichtrauchenden Hyperkinetikern nicht mehr mit letzter Vehemenz vertreten. Im Gegenteil: Betriebsmediziner, Arbeitspsychologen und Unternehmensberater fordern neuerdings eine Strukturierung und Intensivierung der "Pausenkultur" und sprechen gar von "organisierter Entspannung". Das klingt gut! Oder doch nicht? Thomas Kernert entwickelt eine Phänomenologie der postmodernen "Pausenkultur". Von Hühnern und Händlern Geschichten aus der globalen Geflügelwirtschaft Von Bettina Rühl Mi, 0302.2010 | 22.05-23.00 | SWR2 Feature Jahrelang war die Geflügelmast für die ghanaischen Bauern ein lukratives Geschäft. Dadurch entstanden Jobs auch in anderen Bereichen: Hähnchenzüchter, Futtermüller, Hühnerhändler, Tagelöhner und Transporteure hatten gute Einkommen und stellten Arbeitskräfte ein. Doch seit einigen Jahren sind nicht nur die Ställe verwaist, der ganze Industriezweig brach zusammen. Dabei essen die Ghanaer vielleicht sogar noch mehr Geflügel denn je – nur kaufen sie heute nicht mehr die Hühner von den Bauern nebenan, sondern gefrorene Geflügelteile aus Europa. Die werden in Ghana und anderen westafrikanischen Staaten zu Schleuderpreisen angeboten. Denn die europäischen Verbraucherinnen und Verbraucher mögen vor allem die Brüste von Hähnchen und Pute. Der Rest, also Keulen, Beine und Rumpf, ist auf dem deutschen Markt kaum abzusetzen. Doch statt die sogenannten "Nebenprodukte" als Abfall zu entsorgen, verkaufen die Händler sie tiefgefroren nach Afrika. Gegen diese Konkurrenz können die afrikanischen Geflügelbauer nicht konkurrieren. "Heimat ist dort, wo kein Hass ist" Eine ukrainisch-jüdische Familie in Berlin Von Doris Netenjakob Fr, 05.02.2010 | 20.10-21.00 | DLF Feature Als junger Leutnant marschierte Wladimir Gelfand 1945 mit der Roten Armee in das zerstörte Berlin ein. Seine Erlebnisse vertraute er einem Tagebuch an und wurde so zum Chronisten der "Stunde null". Damals hätte er sich nicht vorstellen können, dass genau fünfzig Jahre später seine Familie die Ukraine verlassen und nach Berlin ziehen würde. Und dass ausgerechnet hier sein "Deutschland-Tagebuch" erscheinen würde. Gelfand selbst hat all das nicht mehr erlebt, er starb mit sechzig Jahren in der Ukraine an den Spätfolgen einer Kriegsverletzung. Sohn Vitaly und Wladimir Gelfands Witwe Bella können davon erzählen, wie staatliche Willkür und fortdauernder Antisemitismus in der Ukraine die ohnehin bedrängten Lebensverhältnisse der Familie verschärften. Man entschloss sich zur Ausreise. Der Sohn sagt heute: "Heimat ist dort, wo man sich sicher und als Mensch fühlen kann. Wo man durch das Gesetz geschützt ist und wo kein Hass ist." "Geh doch rüber!" Von Menschen, die in die DDR übergesiedelt sind Von Moritz Holfelder Sa, 06.02.2010 | 13.05-14.00 | BR2 radioFeature Die Auswanderung von Bundesbürgern in die Deutsche Demokratische Republik ist bis heute ein Tabuthema. Immer noch gibt es Politiker und Historiker, die eine öffentliche Diskussion darüber am liebsten verhindern möchten: Dass zwischen 1949 und 1989 relativ viele Menschen nach drüben gingen, wird nach wie vor als Angriff auf die freiheitlich demokratischen Werte des Westens begriffen. Aber welche Gründe hatten die Übersiedler tatsächlich, das politische System zu wechseln? Oft waren es nicht ideologisch verbohrte Kommunisten oder weltfremde Spinner, die nach drüben gingen. Ihre Motive reichten von der Liebe, die in den Osten lockte, über berufliche Chancen, die der Sozialismus bot, bis zu dem unbestimmten Gefühl, einfach ein neues Leben beginnen zu wollen. Wie erlebten die Übersiedler ihr neues Deutschland? Was taten sie, als 1989 die Mauer fiel? Moritz Holfelder spürt in seinem Feature „Geh doch rüber!“ den Gedanken der Auswanderer nach und verankert ihre Schicksale im großen Rahmen der Weltgeschichte der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. In collageartigen Kompositionen lassen die Protagonisten die Hörerinnen und Hörer an ihren spannenden Biographien teilhaben, darunter der Wiener Burgschauspieler Otto Tausig und die Autorin Gisela Kraft. „Geh doch rüber“ öffnet ein weitgehend unbekanntes Kapitel der deutsch-deutschen Teilung und stellt darüber hinaus die Frage nach dem richtigen Leben im falschen: Welches politische System braucht der Mensch, um glücklich zu werden? "Ach, wie sollen wir die kleine Rose buchen ..." oder Maria Isoth Kilian - Brechts letzte Liebe Von Gerda Zschiedrich und Ulrich Unterlauf So, 07.02.2010 | 14.05-15.00 | SWR2 Feature am Sonntag Am 11. Januar 1949 erlebt Isoth Kilian, die selbst in einer Matinee mit Liedern und Gedichten von Brecht auftritt, im Deutschen Theater Berlin die Premiere von „Mutter Courage und ihre Kinder“. Sie trifft die Weigel: „Wir wissen von Ihrem Brechtprogramm, kommen Sie morgen zu uns. Das wird den Brecht interessieren“. Isoth Kilian wird am neugegründeten Berliner Ensemble engagiert. Brechts Vertrauen gewinnt die junge Schauspielerin und Regieassistentin, die mit dem Philosophen Wolfgang Harich verheiratet ist, während der Ereignisse des 17. Juni 1953. Sie stellt eine Verbindung zum ZK her, überbringt persönlich Brechts Vorschläge und Briefe zur Situation. Später begleitet sie ihn auf zwei triumphalen Gastspielen nach Paris. Da ist aus dem Arbeitsverhältnis längst Liebe geworden. Eine dramatische Verbindung in mancherlei Hinsicht, was der Nachlass belegt. „Einsamer Abend“ Wenn es nicht mehr alleine geht - Leben im Alter Von Heide und Rainer Schwochow So, 07.02.2010 | 18.05-19.00 | hr2-kultur | Feature Die Mutter war stolz auf ihre Eigenständigkeit. Doch dann erleidet sie einen Schlaganfall, muss ins Krankenhaus. Zurück in ihre Wohnung kann sie nun nicht mehr. Was tun? Meist müssen die Kinder unter großem Zeitdruck eine Entscheidung treffen: Wie und wo können die Eltern ihre letzten Jahre in Würde leben? Die Autoren besuchen Menschen im Pflegeheim und Krankenhaus sowie alte Menschen, die sich bemühen, ihren Alltag allein zu bewältigen. Trackbacks
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