Radiotipps für die Woche vom 17. bis 23. November 2014

Werkbank Dongguan
Lebenswege made in China

Von Mathias Bölinger

Dienstag, 18.11.2014, 19:15 Uhr, 20.10 Uhr, DLF

Der eine hat letztes Jahr drei Finger in einer Stahlpresse verloren. Die andere träumt vom schönen Leben und wohnt an Chinas verruchtestem Ort. Der Dritte hat Millionen investiert und sucht nach einem neuen Geschäftsmodell. Geschichten aus Dongguan, der chinesischen Industriestadt an der Grenze zu Hongkong.

Sie wurde bekannt als Werkbank der Welt. Überall läuft man in Turnschuhen von hier, jede zweite Computermaus wird in dieser Stadt hergestellt. Doch während der Weltfinanzkrise brach die Produktion ein. Fabriken schlossen, Arbeiter gingen – der Beginn vom Ende des Geschäftsmodells Billiglohn. Zugleich florierte ein neues Gewerbe. Dongguan wurde zu Chinas “Sexhauptstadt” – nirgends fand Prostitution so offen statt wie hier. Bis der Staat durchgriff.

Spitzelnde Freunde
Deutschland und der amerikanische Geheimdienst NSA

Von Thomas Gaevert und Söhnke Streckel

Mittwoch, 19.11.2014, 22.03 Uhr, SWR2

Spätestens seit den Enthüllungen von Edward Snowden ist die amerikanische National Security Agency, kurz NSA genannt, in aller Munde. Sorgsam abgeschirmt, ist dieser Geheimdienst hierzulande mit einem besonders großen technischen Aufgebot und starker Manpower vertreten. Obwohl Deutschland seit 1994 souverän ist, blieben die US-Streitkräfte und ihre Geheimdienste hier weiterhin stationiert. Sie können vom exterritorialen Boden ihrer Kasernen aus handeln, ohne dass die Bundesregierung einen nennenswerten Einfluss darauf hat.
Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 erklärte sich Deutschland mit den USA solidarisch, deren “Krieg gegen den Terror” uneingeschränkt zu unterstützen. Entsprechende Geheimverträge folgten. Seitdem führt die NSA unter dem Deckmantel der Terrorbekämpfung einen nachrichtendienstlichen Krieg auch von deutschem Boden aus. Die Aktivitäten des Geheimdienstes haben eine lange Tradition, die er nicht aufzugeben gedenkt.

Nuria und Daniel: zwei Madrileños in Berlin

Von Rilo Chmielorz

Freitag, 21.11.2014, 18.05 Uhr, DLF

Nuria und Daniel sind Anfang Januar 2013 zusammen mit Gus, ihrem Hund, nach Berlin gekommen. Daniel ist 38, Nuria 34 Jahre alt. Er ist promovierter Mathematiker. Sie hat schon vor vielen Jahren ihr Jura-Studium abgebrochen. In Madrid gab es keine Arbeit mehr.

Die Entscheidung, die krisengebeutelte Heimat zu verlassen, war nicht einfach, denn die spanischen Familienbande sind eng. In Deutschland hofft das Paar die Zukunft noch einmal neu planen und gestalten zu können.

Die Wahl fällt auf Berlin, nicht nur, weil hier seit zehn Jahren eine alte Freundin von Daniel wohnt, die den beiden immer wieder unter die Arme greift, sondern auch, weil Berlin Freiheit vom Familienzwang und niedrige Lebenshaltungskosten verheißt.

Wie gehen die beiden damit um? Was können sie in einem Jahr erreichen – außer Deutsch zu büffeln und von ihren Ersparnissen zu leben? Rilo Chmielorz hat Nuria und Daniel zwölf Monate lang begleitet.

Die sieben Leben der Marina Abramović
Der Körper als Kunstwerk

Von Nina Hellenkemper

Samstag, 22.11.2014, 13:05 Uhr, Bayern 2, Wiederholung am Sonntag, 21.05 Uhr

Ikone, Grenzgängerin, Radikale: Die serbische Performancekünstlerin Marina Abramović fürchtet in ihren spektakulären Kunstaktionen weder Schmerz noch den Tod. Auch Lady Gaga zählt zu ihren Schülerinnen.
Sie geißelte sich mit Peitschen, Feuer, Eis oder legte Besuchern eine geladene Pistole zur freien Verfügung vor. Was Marina Abramovićs Arbeit bis heute prägt, ist die maximale Spannung, die sie zwischen sich und dem Publikum erzeugt. Als erste lebende Künstlerin holte sie 850.000 Besucher ins Museum of Modern Art. 2014 will sie in Hudson/New York das “Marina Abramovic Institute” eröffnen. Besucher müssen sich vertraglich verpflichten, mindestens sechs Stunden zu bleiben, um dann im weißen Laborkittel – ohne Uhr und Handy – die “AbramovićMethode” zu erlernen.

Die Tunnelgräber

Von Kai-Uwe Kohlschmidt

Samstag, 22.11.2014, 18:05 Uhr, DR Kultur

Nach dem Bau der Mauer war der Weg in den Westen von einem Tag auf den anderen versperrt, Familien getrennt, Liebende auseinandergerissen und Lebenslinien unterbrochen.

Auf der Suche nach einem Ausweg wurde der Untergrund Berlins zum Schauplatz spektakulärer Rettungsaktionen. Über 90 Fluchttunnel sind in den Jahren zwischen 1961 und 1964 in und um Berlin gegraben worden. Die Strapazen waren ungeheuer und die Gefahren groß. Alle, die bei den Unternehmungen mitmachten, taten dies unter Einsatz ihres Lebens. Die Montage aus Zeitzeugenaussagen, O-Tondokumenten, Unterlagen der MfS-Tunnelkartei und Spielszenen erzählt über den Erfolg des Tunnels 29 sowie die Tragödie um den Tunnel 57.

Liebe, Tod und Teufel
Acht Schauspielstudenten proben das Sterben und fühlen sich dabei sehr lebendig

Von Andreas Kebelmann und Robert Schmidt

Sonntag, 23.11.2014, 14.05 Uhr, SWR2

“Ich hatte mal ‘ne Zeit große Angst vorm Tod und jetzt geh’ ich eigentlich gar nicht mehr davon aus, dass ich sterbe. Also ich hab’s eigentlich nicht vor.” Sie sind Anfang 20 und üben das Sterben: acht Schauspielstudierende der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. Auf der Bühne gibt es kaum ein Drama ohne Tod und auf die Bühne wollen sie. Aber wie lernt man die Rolle eines Sterbenden? Und welche Rolle spielt der Tod in ihrem Leben, welche Erfahrungen gibt es da? In diesem Feature treffen Leben und Tod aufeinander, auf der Bühne wie im Leben. Im Text wie im Dialog, in der Vorspielrolle und beim Arzt, am Morgen danach und beim Gastspiel in der Provinz. Bei jedem Erfolg und Misserfolg. Der Tod als Hinwendung zum Leben?

Die Philharmonie des kleinen Mannes: Über Leben auf dem Rummelplatz

Von Christian Blees

Sonntag, 23. November 2014, 18:05 Uhr, hr2

Der Rummelplatz als Tummelplatz der Gefühle fasziniert die Menschen schon seit langem. So gesellten sich bereits im Mittelalter zu den üblichen Handelsmärkten auch Gaukler, Artisten und Guckkastenbetreiber. Später kamen Betreiber von Karussells, Schaukeln und Riesenrädern hinzu.

Inzwischen sorgen immer aufwändigere Achterbahnen und Hightech-Karussells für Nervenkitzel. Dabei wird das Überleben für die Rummelplatz-Betreiber zunehmend schwieriger. Zum einen ist die Zahl der Volksfeste in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren um knapp ein Viertel zurückgegangen. Zum anderen sehen sich die Schausteller an vielen Orten von den Behörden benachteiligt. Nicht nur die Umweltzone, sondern auch hohe Standgebühren sowie Energiekosten machen ihnen zu schaffen. Indem die Betroffenen eine offizielle Bewerbung der deutschen Volksfeste und Weihnachtsmärkte zum “immateriellen Kulturerbe” bei der Unesco eingereicht haben, versprechen sie sich eine bessere Wahrnehmung des Gewerbes und eine höhere Wertschätzung seitens der Politik. Das Feature wirft einen unterhaltsamen und informativen Blick hinter die Kulissen des Gewerbes.

 

Radiotipps für die Woche vom 10.- 16. November 2014

Das Herrhausen-Attentat “Wir wissen definitiv, wer die Täter waren”

Rekonstruktion einer Spurenverwischung

Von Paul Kohl

Dienstag, 11.11.2014, 19:15 Uhr, Deutschlandfunk

Der Autor Paul Kohl wurde in diesem Jahr mit dem renommierten Axel-Eggebrecht-Preis ausgezeichnet. Kohl rekonstruiert, wie von den Ermittlungsbehörden falsche Fährten gelegt wurden, und fragt, welche Interessen hinter dieser Spurenverwischung gestanden haben könnten.

In der Begründung heißt es: “Aussagen und Argumente werden unaufgeregt in eine präzise Sprache gefasst, sorgfältig Gegenargumenten gegenübergestellt und dramaturgisch geschickt verwoben. Dabei bleibt die Haltung des Autors zu seinem Thema nie verborgen. Der gedankliche Freiraum, der durch die sorgfältige Montage aller Elemente entsteht, lässt jedoch auch Platz für die eigene Meinungsbildung des Hörers, denn Paul Kohl will nicht die Wahrheit verkünden, er will durch Information aufklären.”

Das gilt so auch für Kohls Recherchen zum 1989 verübten und bis heute nicht aufgeklärten Attentat auf den damaligen Vorstandssprecher der Deutschen Bank, Alfred Herrhausen.

Kurzstrecke 31 Feature, Hörspiel, Klangkunst

Zusammenstellung: Jan Rohlf, Barbara Gerland Ingo Kottkamp

Mittwoch, 12.11.2014,0.05 Uhr, DR Kultur

Was hört man zwischen den Stühlen? Kann Radio auch anders? Heute schon mal kurz gefasst? Deutschlandradio Kultur sucht fortlaufend Neuproduktionen zwischen Feature, Hörspiel und Klangkunst.

In der aktuellen Ausgabe unserer Sendereihe finden Sie unter anderem:

Und irgendwo laichten die Lachse
Kann man sagen, wie ein Mensch war, bevor er gestorben ist?
Von Nicolai Busch

„Wir wollen keine Asylantenheime!”
Manchmal lohnt es sich, zweimal hinzusehen.
Von Nadine Bonengel

Unwritten
Eine Komposition von hunderten von Schreibgeräuschen (von der Feder bis zur Tastatur, vom Radiergummi bis zum Schredder), angereichert mit Gästen (eine Fliege, ein Wolf) und ergänzt um Akkordeon und Bassklarinette.
Von Martin Daske

Der Spezialist ist Autist

Von Anja Kempe

Mittwoch, 12. 11. 2014, 18.05 Uhr, SWR2 Feature

Die IT-relevanten Märkte werden sich in den nächsten zehn Jahren verdoppeln, und tausende Spezialisten in den Bereichen Softwareentwicklung, Netzwerktechnologie und Datenbank-Management fehlen. Google und Microsoft suchen daher fieberhaft nach Autisten und ihren herausragenden Fähigkeiten auf diesen Gebieten.
In der Anerkennung und Förderung sogenannter Asperger-Autisten ist die Schweiz heute weltweit führend. Eine Stiftung bildet sie zu Diplom-Informatikern aus. Auch der größte deutsche Softwarehersteller SAP beschäftigt seit 2014 Autisten. Die Autorin Anja Kempe hat sie besucht.

Die persische Gattin
Von der Herausforderung, im Iran zu heiraten

Von Renata Borowczak

Freitag, 14.11.2014, 20:10 Uhr, Deutschlandfunk

Anna heiratet in Deutschland schlicht und standesamtlich Ahmed, einen Iraner. Dann fährt sie mit ihm in sein Geburtsland, um die Verwandten kennen zu lernen. Sie wird als Ahmeds Ehefrau mit Respekt und Zuneigung behandelt. Doch auf einer Erkundungsreise durch den Iran muss Anna feststellen, dass ihre deutsche Heiratsurkunde nicht zählt.

Nicht einmal ein gemeinsames Hotelzimmer darf sie mit Ahmed beziehen, ohne die Rezeptionistin zu gefährden. Anna und Ahmed müssten nach hiesiger Sitte heiraten – vor einem Mullah. Aber dann könnte Anna ohne das Einverständnis ihres Mannes nicht mal das Land wieder verlassen. Obwohl Ahmed seit über 40 Jahren in Deutschland lebt, wird Anna bei diesem Gedanken mulmig zumute.

Und überhaupt: Wie lebt es sich eigentlich als persische Gattin? Anna lässt sich von den Frauen ihrer neuen Familie erzählen – besonders ihre Schwiegermutter, eine lebendige Dame von 84 Jahren, erweist sich als wahre Scheherezade.

Liebe, die um Abschied weiß
Vom Leben mit Alzheimer

Von Karla Krause

Samstag, 15.11.2014, 18.05 Uhr, DR Kultur

Der alte Mann starrt auf ein Foto von seiner Hochzeit – und erinnert sich an nichts. Eine alte Frau erzählt immer wieder von dem Walzer, den sie mit dem Geliebten tanzte. Einem anderen ist der Name seiner Krankheit entfallen.

Alzheimer hat viele Gesichter. Das Vergessen bis zur Umnachtung zieht sich über viele Jahre hin. Auch für den Angehörigen eine Tortur. Doch es gibt Versuche, das Leben mit der Krankheit erträglicher zu gestalten, den langen Abschied gemeinsam zu bewältigen.

Das Feature erhielt 2003 den Katholischen Medienpreis, 2004 den Robert Geisendörfer Preis und den Deutschen Sozialpreis.

Merav heiratet
Ein ganz persönlicher Nahostkonflikt

Von Florian Fricke

Samstag, 15.11.2014,13:05 Uhr , Bayern 2 ,Wiederholung am Sonntag, 21.05 Uhr

Merav, Anfang 40, Jüdin bulgarischer Abstammung, aufgewachsen in Italien und Israel, hat geheiratet. Endlich, jubeln Freunde und Verwandte, denn sie war lange Zeit Single.

Zur Hochzeit konnten und wollten allerdings nicht alle ihrer Freunde kommen, denn sie konnte per Gesetz nicht in Israel stattfinden – Meravs Bräutigam ist nichtjüdischer Deutscher. Nun leben sie bei ihm, aber immer noch pendelt Merav zwischen Tel Aviv und Frankfurt. Sie besucht regelmäßig ihren Vater, arbeitet für ASSAF, einer NGO in Tel Aviv, die sich für afrikanische Flüchtlinge in Israel einsetzt. Sie ist Anhängerin des linken Fußballvereins Hapoel Tel Aviv, engagiert sich bei den Hash House Harriers und liebt Bier. Jerusalem allerdings hasst sie.

Merav ist auf der politischen Landkarte Israels weit links aufgestellt – und doch kann sie über ein Thema nicht wirklich sprechen: über Palästinenser. Araber bleiben bis heute in der Wahrnehmung der israelischen Gesellschaft vor allem eins: Feinde, die zu Terroristen werden können. Warum dies so ist, und wie sich Israel in Richtung einer “totalitären Demokratie” entwickeln konnte, will dieses Feature anhand einer sehr persönlichen Auseinandersetzung ergründen.

Lage, Lage, Lage
Auf Monopoly-Straßen von 1936 durch Berlin

Von Egon Koch

Sonntag, 15.11.2014, 14.05 Uhr, SWR2

Als das Monopoly-Spiel 1936 in Deutschland eingeführt wurde, gab es nur Berliner Straßennamen auf dem grünen quadratischen Spielfeld: vom ärmeren Nordwesten Moabits bis zum teuersten Grundstück: der Insel Schwanenwerder am Wannsee. Dort wohnte Propagandaminister Joseph Goebbels, der nicht als reichsreichster Bewohner einer Spitzenpreisimmobilie gelten wollte – und das Spiel noch im Jahr seines Erscheinens wieder verbot. 1953 kam ein neues Monopoly mit bundesdeutschen Allerweltsstraßennamen auf den Markt. Das alte Spiel wurde nie wieder aufgelegt. Autor Egon Koch spielt es jetzt noch einmal: Von “Los” geht er durch die alten Monopoly-Straßen und Bahnhöfe und ins Gefängnis – “nur zum Besuch”. Er entdeckt, wo das Spiel noch heute Wirklichkeit wird. Und wo in der heutigen Wirklichkeit das Spiel aufhört: bei Wohnungs- und Mietpreisen, bei Spekulation und Bankrott. Sei kein Spielverderber – lautet der Appell an die Toleranz. Wenn aber bereits das Spiel verdorben ist?

Von der Zumutung höchster Ansprüche“
Alfred Andersch und die Anfänge des Frankfurter Abendstudios

Von Hans Sarkowicz

Sonntag, 16. November 2014, 18:05 Uhr, hr2-kultur

1948 begründete der Schriftsteller Alfred Andersch im Hessischen Rundfunk das “Abendstudio”, das sich zentralen Fragen der Nachkriegszeit widmete. Die Sendungen des “Abendstudios” wurden in einer noch fernsehlosen Zeit von vielen Menschen gehört.

Andersch setzte sich mit den Folgen der NS-Diktatur ebenso auseinander wie mit der Avantgarde des Denkens und der Literatur. Bis zu seinem Ausscheiden Ende 1953 präsentierte Andersch das, was in den zwölf Jahren unter Hitler verboten oder unterdrückt worden war. Gleichzeitig begleitete er die Entwicklung der jungen Demokratie in Deutschland mit kritischer Sympathie. Das Feature stellt das damalige Programm in Original-Ausschnitten vor und lässt den vor 100 Jahren geborenen und 1980 verstorbenen Andersch auch selbst zu Wort kommen.

 

Radiotipps für die Woche vom 3. bis 9. November 2014

“Unser Görli”
Selbstermächtigungen im öffentlichen Raum

Von Ursula Rütten

Dienstag, 04.11.2014, 19:15 Uhr, DLF

Der Görlitzer Park in Berlin-Kreuzberg: einzige grüne Freifläche in einem dicht besiedelten Wohngebiet, ein klar abgegrenztes urbanes Territorium für Naherholung und Freizeitgestaltung von Anwohnern und zunehmend Touristen.

Seit einiger Zeit ist er auch “Dorfplatz” für Asylbewerber aus Afrika und davon nicht klar unterscheidbarer Hotspot für zunehmend offensiven Drogenhandel. Ein Raum ungleicher Erfahrungen und Bedürfnisse, in dem sich kollektive Interessen bündeln, überkreuzen, ausschließen. Die traditionell solidarische, antirassistische, linksliberale Stimmung im multikulturellen Kiez droht zu kippen.

ARD Online-Avard

Anhören. Abstimmen. Auszeichnen. Bis zum 8. November.

Der #ARDOnlineAward für das BESTE HÖRSPIEL. Deine Entscheidung!
http://www.ard.de/home/radio/ARD_Online_Award/1178208/index.html

Am Mittwoch, 5. November eröffnet das größte Festival für Hörspielkunst im deutschsprachigen Raum – die ARD Hörspieltage. Bis zum 9. November stehen Karlsruhe, das Zentrum für Kunst und Medientechnologie und die Staatliche Hochschule für Gestaltung im Zeichen von Live-Inszenierungen, Wettbewerbsvorführungen, Jury-Diskussionen, Konzerten, Gesprächen und einer langen Hörspielnacht.

Der ARD Online Award wird vom Internet-Publikum vergeben, das über ein Online-Voting sein Lieblingsstück im Internet wählt. Das Stück mit den meisten Stimmen gewinnt. Abstimmen kann man bis zum 8.11. um 18 Uhr.

Wohin verschwinden die Grenzen?
Geschichten aus dem österreichisch-tschechischen Zwischenland

Von Antonia Kreppel

Mittwoch, 05.11.2014, 22.03 Uhr, SWR2

Das österreichische Grenzdorf Fratres und das tschechische Renaissancestädtchen Slavonice verbindet eine “Kulturbrücke” und trennt noch immer die Last der Geschichte. “Hüben und drüben” treffen sehr verschiedene Menschen aufeinander: Zugereiste, die Impulse setzen; Einheimische, die ums Überleben kämpfen; Rückkehrer, die kreative Versöhnungsarbeit leisten. Am ehemaligen Grenzübergang im Dreiländereck Böhmen, Mähren, Österreich steht ein Spruchband aus Metall: “Wohin verschwinden die Grenzen; Kam mizí hranice”? Ob Altenpflegerin oder Kunstsammler; Bauer oder Historiker; Familienforscher oder Kulturmanager; Automechaniker oder Künstler: 25 Jahre nach der Wende sind sich alle einig, dass die Grenzen nur langsam verschwinden oder sich am Ende nur verschieben.

Prix Europa 2014

Mittwoch, 05.11.2014, 0.05 Uhr, DR Kultur

Der Prix Europa zeichnet jedes Jahr die besten europäischen Medienproduktionen aus.

Das Festival findet in diesem Jahr vom 18. bis 25. Oktober in Berlin statt. In der Kategorie Hörfunk werden u.a. folgende Preise vergeben:

Bestes Radio-Feature

Beste investigative Radiosendung

Wir senden heute ein Preisträger-Feature.

Bauhaus, Buchenwald und Baudenkmäler
Die fantastische Karriere des Architekten Franz Ehrlich

Von Regina Kusch und Andreas Beckmann

Freitag, 07.11.2014, 20.10 Uhr, DLF

Er war Kommunist und Kapitalist, Genie und Hochstapler, Querdenker und Opportunist zugleich: Franz Ehrlich hat Architekturikonen wie das für seine Akustik gerühmte Funkhaus in der Berliner Nalepastraße entworfen und mit seiner Möbelserie 602 im Bauhaus-Stil einen DDR-Exportschlager konzipiert.

Er kassierte Spitzenhonorare und war doch als Formalist verfemt, da er den Zuckerbäckerstil der Stalin-Ära ebenso kritisierte wie die Plattenbausiedlungen. Seine spektakulären Pläne für den Wiederaufbau Dresdens oder die Leipziger Messe wurden von den Funktionären zurückgewiesen. Das hat ihn nicht gehindert, intensiv mit der Stasi zusammenzuarbeiten. Verfolgt und doch geschätzt war Franz Ehrlich schon in der NS-Zeit, als er im KZ Buchenwald zunächst in der illegalen Zelle der KPD mitarbeitete, aber nach dem Ende seiner Haft Villen für SS-Kommandeure gestaltete.

“Ich will ein Geständnis”
Medikamentenversuche an Kindern in der Schweiz

Von Charly Kowalczyk

Samstag, 8.11.2014, 13.05 Uhr, DLF/BR/WDR 2014
Wiederholung am Sonntag, 21.05 Uhr

Zufällig finden sich in verschiedenen Vormundschaftsakten Patientenprotokolle der psychiatrischen Klinik Münsterlingen im Kanton Thurgau. Ehemalige Zöglinge aus Kinderheimen und Pflegefamilien müssen nun feststellen, dass in den 60er- und 70er-Jahren an ihnen Tabletten getestet wurden – Psychopharmaka. Niemand hatte es ihnen gesagt. Als Kinder hatten sie im Heim des katholischen Klosters Fischingen oder in Pflegefamilien gelebt. Geliefert wurden die Pillen vom Basler Konzern Ciba, heute Novartis. An den Folgen der Versuche leiden die Betroffenen bis heute, sagen sie, an extremem Bluthochdruck, an Panikattacken und ständigen Kopfschmerzen. Wie war es möglich, dass man an diesen Kindern experimentieren konnte? Wer ist verantwortlich, trägt Sorge für die Folgen? Und heute? Kümmern sich Pharmakonzerne um ethische Standards, wenn sie in Indien, Rumänien oder Argentinien Arzneimittel testen? Unter welchen Umständen sind solche Tests überhaupt vertretbar?

Zwei Seiten Leben. Drei Trauerredner.
Ein Totentheater

Von Michael Lissek

Samstag, 08.11.2014, DR Kultur

Das Leben ist kurz, und lang ist der Tod. Ob während des Lebens Mitteilenswertes geschehen ist, darüber entscheiden am Ende die Hinterbliebenen (und ihre Sprachfähigkeit) sowie der Trauerredner (und seine Befragungs-, Schreib- und Performancetechnik).

Michael Lissek porträtiert drei Trauerredner und -rednerinnen, begleitet sie zu Bestattungen und zu Hinterbliebenen, und er lässt sie Trauerreden auf sich selbst halten. Es wird viel gesungen, eine Menge Luft geatmet, Yoga gemacht und an keiner Stelle geweint. Aus Totentheater wird Radio.

Wir sind das Volk – Die deutsche Wiedervereinigung

Von Dorothee Meyer-Kahrweg

Sonntag, 09. 11. 2014, 18:05 Uhr, hr2

Als US-Präsident Ronald Reagan 1987 am Brandenburger Tor rief: “Mr. Gorbatschow, tear down this wall!”, hielten die meisten Deutschen dies für eine utopische Forderung. Doch nur zwei Jahre später fiel die Mauer wirklich.

Die Entwicklung dieser aufregenden zwei Jahre zeichnet dieses Feature mit einer Fülle von Tondokumenten nach. Die Sendung ruft eine Zeit in Erinnerung, in der das Volk durch eine friedliche Revolution die Diktatur der SED-Herrschaft beendete. Das Feature erschien unter dem Titel “Wir sind das Volk” auch als Hörbuch beim Verlag “Der Hörverlag – DHV” München.

Radiotipps für die Woche vom 27. Oktober bis 2. November 2014

Kongos deutsche Hoffnung
Mit Martin Kobler unterwegs auf Friedensmission im Auftrag der UNO

Von David Hecht

Dienstag, 28.10.2014, 19:15 Uhr, DLF

Die neue Mission des ehemaligen deutschen Botschafters im Irak und in Afghanistan, Martin Kobler, scheint fast aussichtslos. Wie soll er eine UNO-Friedensmission mit 20.000 Soldaten aus 50 Ländern steuern in einem Land, das sieben Mal so groß wie Deutschland ist?

Wo die Allianzen zwischen den zahllosen bewaffneten Gruppen undurchschaubar sind, die Politiker oft unberechenbar? Die größtenteils US-geführte Mission der UNO in der Demokratischen Republik Kongo trat seit 15 Jahren auf der Stelle.

Seit Herbst 2013 gibt es ein “robustes” Mandat, alle nicht staatlichen bewaffneten Gruppen zu entwaffnen. Martin Kobler kann seine neue Macht nun einsetzen, nicht nur um Frieden zu sichern, sondern um Frieden auch zu erzwingen. Der Autor hat Kobler im Kongo begleitet.

Tropenträume zu verkaufen.
Zwei Dörfer in Kambodscha suchen ihre Zukunft

Von Barbara Kenneweg

Mittwoch, 29.10.2014, 0.05 Uhr, DR Kultur

Noch verfügt Kambodscha über riesige Urwälder und klare Küstengewässer mit enormer biologischer Vielfalt. Aber Investoren aus aller Welt teilen das unberührte Land unter sich auf:

Sie pachten Land für 99 Jahre, bauen Hotels, Kasinos, sogar ganze Städte. Andererseits versuchen diverse NGOs, Natur und gewachsene Kultur zu schützen. Das persönliche Interesse der westlichen Helfer ist dabei nicht selten die Flucht vor der übersättigten westlichen Welt.
Und die Einwohner? In einer Dschungelsiedlung, die einst die roten Khmer aus dem Boden gestampft haben, werden Wilderer zu Touristenführern und Hoteliers. Ein Fischerdorf verbündet sich mit einem britischen Taucher, der eigentlich nur die Seepferdchen retten wollte.

Die Sieger von Kundus.
Eine Bilanz der deutschen Afghanistan-Mission

Von Marc Thörner

Mittwoch, 29.10.2014, 18.05 Uhr, SWR2

„Si vis pacem, para bellum” Wenn du den Frieden willst, rüste zum Krieg!

“Wir haben Großartiges geleistet”, bilanziert Generalmajor Jörg Vollmer, Kommandeur der ISAF-Schutztruppe in Nordafghanistan. “Die afghanische Bevölkerung im Norden bewegt sich durch ihre Provinzen völlig normal.”
Und wenn nicht alle Ziele vollständig erreicht wurden, so räumt man bei der Bundeswehr ein – das sei eben Afghanistan. Schließlich können “wir” “ihnen” westliche Standards nicht einimpfen. Der Autor hat die Entwicklungen in Kundus, dem Vorzeigegebiet des deutsch geführten Regionalkommandos Nord, über viele Jahre beobachtet. Ein Rechtsstaat wurde dort nicht einmal in Ansätzen aufgebaut. Woran liegt es? Um eigene Verluste zu vermeiden und Mittel einzusparen, schloss die Bundeswehr Allianzen mit korrupten Provinzfürsten, mit Klein- und Schwerkriminellen. Sie sind die eigentlichen Gewinner des bislang größten deutschen Auslandseinsatzes.

Pfarrer
Hörstück nach dem gleichnamigen Dokumentarfilm.

Von Stefan Kolbe und Chris Wright

Samstag, 01.11.2014, 18.05 Uhr, DLF

Was passiert, wenn zwei atheistische Autoren Zugang zu einem Predigerseminar bekommen? Und das in Wittenberg, der Lutherstadt, einst Hochburg der deutschen Reformation, heute gelegen in einer der ungläubigsten Ecken Europas.

Ein Jahr lang begleiten die Autoren eine Gruppe Männer und Frauen in ihrer Ausbildung zum Pfarrer. Anfangs geht es noch um das Erlernen religiösen Handwerks. Aber im Laufe der Zeit sehen sich Protagonisten wie Filmemacher zunehmend mit den grundlegendsten menschlichen Fragen konfrontiert. Grenzen verschwimmen – zwischen Glauben und Unglauben, Trost und Verzweiflung. Es entsteht ein intimer Dialog über unsere fundamentalen Bedürfnisse nach Liebe, Geborgenheit und Sinn.

Die Liebe zum Standard.
Feldforschungen in der Welt der Kaninchenzüchter

Von Jörn Klare

Sonntag, 2.11.2014, 14.05 Uhr, SWR2

Der Journalist Jörn Klare war schon in fast aller Welt und an beinahe jedem Krisenherd. Jetzt aber führen ihn seine investigativen Recherchen in eine besonders fremde und ferne Szene: die Welt der deutschen Kaninchenzüchter. Das Wenige, was man über sie weiß, weiß man aus dem Lokalteil der Zeitung. Dort wo angeblich jeder Reporter mal angefangen hat (um möglichst schnell weg- und weiterzukommen), erschließt sich dem erfahrenen Journalisten ein vielfältiger Kosmos mit komplexen Regeln und Gebräuchen, allen voran: der “Standard”, der buchstäblich kaninchenhaarklein festschreibt, was ein schönes Kaninchen von einem weniger schönen unterscheidet, was wiederum die Grundlage für die Unterscheidung von Gewinnern und Verlierern ist. Die Kleintierwelt als Großmetapher. Natürlich hat Jörn Klare auch versucht, mit den Kaninchen selbst zu sprechen …

„Zur Vermeidung weiterer Provokationen“
Die kurze Lebensgeschichte des Michael Gartenschläger

Von Roman Grafe

Sonntag, 2. November 2014, 18:05 Uhr, hr2

Strausberg bei Berlin im August 1961: Der 17-jährige Lehrling Michael Gartenschläger protestiert mit vier Freunden gegen den Mauerbau. “Macht das Tor auf!” und “Freie Wahlen!” pinseln sie an Garagen und Einfahrten.

Die “konterrevolutionäre Terrorbande” wird festgenommen. Michael Gartenschläger wird zu lebenslänglich Zuchthaus verurteilt. Nach zehn Jahren Haft in der DDR wird er 1971 von der Bundesrepublik freigekauft. Er zieht nach Hamburg, betätigt sich als Fluchthelfer und holt 31 Menschen aus der DDR. Im Frühjahr 1976 demontiert Gartenschläger an der DDR-Grenze zwei Selbstschussapparate. Der “Spiegel” veröffentlicht die Funktionsweise der “Todesautomaten”, deren Existenz die DDR bis dahin immer geleugnet hatte.

Als sich Gartenschläger am 30. April 1976 erneut dem DDR-Grenzzaun nähert, wird er von einem Stasi-Kommando erschossen. Die Todesschützen werden nach dem Fall der Mauer freigesprochen. Eine deutsch-deutsche Tragödie, an die Roman Grafe in diesem Feature erinnert.

 

 

Radiotipps für die Woche vom 20. bis 26. Oktober 2014

Psychopharmaka “Ich will ein Geständnis”
Medikamentenversuche an Kindern in der Schweiz

Von Charly Kowalczyk

Dienstag, 21.10.2014, 19:15 Uhr, DLF

Zufällig finden sich in verschiedenen Vormundschaftsakten Patientenprotokolle der psychiatrischen Klinik Münsterlingen im Kanton Thurgau. Ehemalige Zöglinge aus Kinderheimen und Pflegefamilien müssen nun feststellen, dass in den 60er- und 70er-Jahren an ihnen Tabletten getestet wurden – Psychopharmaka.

Niemand hatte es ihnen gesagt. Als Kinder hatten sie im Heim des katholischen Klosters Fischingen oder in Pflegefamilien gelebt. Geliefert wurden die Pillen vom Basler Konzern Ciba, heute Novartis. An den Folgen der Versuche leiden die Betroffenen bis heute, sagen sie, an extremem Bluthochdruck, an Panikattacken und ständigen Kopfschmerzen.

Wie war es möglich, dass man an diesen Kindern experimentieren konnte? Wer ist verantwortlich, trägt Sorge für die Folgen? Und heute? Kümmern sich Pharmakonzerne um ethische Standards, wenn sie in Indien, Rumänien oder Argentinien Arzneimittel testen? Unter welchen Umständen sind solche Tests überhaupt vertretbar?

Stimme der Stimmlosen
Community Radios in Indonesien

Von Mandy Fox

Mittwoch, 22.10.2014, 0.05 Uhr, DR Kultur

Sie warnen vor Vulkanausbrüchen, gründen Schulen, organisieren Krankenbesuche, geben Tipps für die Ernte. Lokalradios sind in Indonesien ein unverzichtbares Kommunikationsmittel.

Schließlich verteilt sich das Land auf über 17.000 Inseln. Gesendet wird aus Hinterzimmern oder von unterwegs, die Sender sind mobil. Gehört wird zu Hause oder bei der Arbeit auf dem Feld. Warum? Weil es das einzige Medium für Bildung und Information in den oft abgelegenen Siedlungen ist. Die Lokalradios könnten die Demokratisierung des Landes vorantreiben. Der Regierung sind sie allerdings häufig ein Dorn im Auge, weil sie zu selbstständig, zu selbstbewusst agieren.

Nazi-Netzwerk NSU

Von Ralf Homann und Thies Marsen

Mittwoch, 21. Oktober 2014, 22.03 Uhr, SWR2

“Der NSU war nach dem Ergebnis der Ermittlungen […] stets eine singuläre Vereinigung aus drei Personen”, sagt der Generalbundesanwalt. Doch Strategie und Taten des Nationalsozialistischen Untergrunds waren alles andere als isoliert und einzigartig. Rechte Terrorakte gab es in der Vergangenheit in ganz Europa und den USA. Folgt man den Spuren des Terrors, stößt man immer wieder auf das nationalsozialistische Netzwerk “Blood & Honour”. Zum harten Kern zählten – laut Ermittlern – auch die späteren NSU-Terroristen Uwe Mundlos, Uwe Bönhardt und Beate Zschäpe. Doch Vernetzungen spielen bei der Aufarbeitung der NSU-Morde kaum eine Rolle. Stattdessen verfolgen die Behörden lediglich die “erweiterte Einzeltätertheorie”. Werden die terroristischen Gefahren von rechts schon wieder unterschätzt?

Rien ne va plus
Warum sich der Boulevardreporter Günter Stampf das Leben nahm

Von Rosvita Krausz

Freitag, 24.10.2014, 20:10 Uhr, DLF

Günter Stampf galt in der Medienbranche als Naturtalent. Charismatisch, hoch intelligent, gut aussehend. Mit 23 war der Österreicher, Ressortleiter der Zeitschrift “Bunte”, mit 24 Chefreporter bei “Bild”, zwei Jahre später kehrte er als stellvertretender Chefredakteur zur “Bunte” zurück – für 450.000 Mark Jahresgehalt.

Dann wechselte er zum Fernsehen. 1994 erreichte er als stellvertretender Chefredakteur von Thomas Gottschalks RTL-Late-Night-Show bis zu drei Millionen Zuschauer täglich. 2002 gründete er seine eigene Firma Stampfwerk. Sendungen wie “Das Leben der Superreichen”, “Megaman”, “Boat of Love”, “Der Amoklauf von Erfurt”, “Urteil Mord”, “Die World Awards” mit Präsident Michael Gorbatschow und “Der Kannibale von Rothenburg” hat er produziert. Dazu kam Werbung für Banken.

Günter Stampf arbeitete wie ein Besessener. “Ich gehe die Extrameile” war seine Devise. Nach oben schien es keine Grenze zu geben. Aber dann kam die Weltwirtschaftskrise. Auf seine Berater, er solle rechtzeitig auf die Flaute reagieren, hörte er nicht. Es war ihm doch bislang in seinem Leben alles geglückt. Warum war Günter Stampf, der mit geschäftlichem Stress souverän umgehen konnte, plötzlich am Ende?

miles and more
Rücktrittsdramaturgien in der Politik

Von Helgard Haug und Heike Haug

Samstag, 25.10.2014, 18.50 Uhr, DR Kultur

“Nach zehn Jahren Bundestag sind Sie für das normale Leben nicht mehr resozialisierbar”, sagte Wolfgang Bötsch (CDU) vor seinem Ausscheiden aus dem Bundeskabinett. Rücktritte sind Konstanten im politischen Geschäft.

Sie sind selten das Ergebnis inhaltlicher Überzeugungen, eher der erzwungene kathartische Akt, mit dem das politische System auf angeheizte Skandale reagiert. Die oft kläglichen Abgänge sind meist perfekt inszeniert. Welchen Mustern und Ritualen sie folgen und welchen Beitrag Medien, Öffentlichkeit und Parteifreunde dabei leisten, zeigt dieses Feature.

Das Deutsch und sein Twäng

Von Henrik von Holtum

Sonntag, 22. Oktober 2014, 14.05 Uhr, SWR 2

Kkkkkrrrrrrff – chpfchpfchpf – schschschtttt – grwmpstrl. Welchen Klang hat die deutsche Sprache? Welche Kontur und welche Kultur? Wie wird Deutsch von Nicht-Deutschen wahrgenommen? Als Gurgeln, Krächzen, Röcheln? Ist es das, was Charlie Chaplin in “Der große Diktator” persifliert hat? Oder ist das nur das böse Hitlerdeutsch als Sonderfall? Es gibt andere Sonderfälle: das Grönemeyer-Deutsch, das sich kaugummiartig dehnt und biegt, als wolle es lieber Englisch sein, das Heino-Deutsch, das aus jedem Vokal eine Gymnastikübung für den Mundraum macht. Es gibt einen speziellen Nachrichtenton und einen bestimmten Werbeton, es gibt Kampfdeutsch und Schmeicheldeutsch. Und dann auch noch die weichgelutschten Dialekte … Hat all das irgendeine Gemeinsamkeit, einen Ton – nennen wir ihn “Twäng” – der für die gesprochene deutsche Sprache typisch ist? So wie das “Twäng” der Gitarre eines Johnny Cash definitiv anders klingt als das “Twäng” eines Reinhard Mey, wenn er in die Saiten greift? Henrik von Holtum horcht dem Klang des Deutschen nach.

 

Radiotipps für die Woche vom 13. bis 19. Oktober 2014

Psychiatrie im Äthiopien
PSY oder die Angst vor dem bösen Blick

Von Oliver Ramme

Dienstag, 14. Oktober 2014, 19.15 Uhr, DLF

80 Millionen Einwohner hat Äthiopien – und 34 Psychiater. Zwei von ihnen arbeiten in dem Provinzstädtchen Jimma in einer kleinen Psychiatrie. Hier vegetieren die Menschen mit dem “bösen Blick”.

Sie tragen Schlafanzüge mit dem Kürzel PSY und schlurfen durch die dunklen Gänge der kleinen Klinik oder durch den Garten. Sie stehen unter der Aufsicht der Ärzte und bekommen nur die Medikamente, die eben vorrätig sind. Geht es den Patienten in Jimma besser als ihren Leidensgenossen auf dem Land? Psychosen wie Schizophrenie, Paranoia oder Suchterkrankungen treten in Äthiopien ähnlich häufig auf wie im Rest der Welt.

Doch das Verhältnis der Gesellschaft zu diesen Krankheiten ist meistens ein anderes als im Westen: Die Betroffenen gelten als besessen. “Die Verwandten glauben, dass psychische Erkrankungen ansteckend sind und schließen die Kranken einfach weg”, sagt der Psychiater Dr. Negash. Patienten in Jimma erzählen von langen Leidensgeschichten, Ärzte und Pfleger von ihren Arbeitsbedingungen.

Riot Girls
Ausflüge in die Kampfzone

Von Sabine Bernardi und Annette Blaschke

Mittwoch, 15. Oktober 2014, 22.30 Uhr, SWR2

Sie sind die, vor denen du dich in der Bahn hinter dem Sitz versteckst. Die mit der größten Klappe, dem dicksten Lidstrich. Kratzen, beißen, Haare ziepen war gestern. Die neuen urbanen Krawallmädchen prügeln und treten, bis sich die Knasttüren hinter ihnen schließen. Die Zahl der jugendlichen Gewalttäterinnen in Deutschland hat sich in den vergangenen Jahren mehr als verdoppelt. Jede fünfte Körperverletzung bei Jugendlichen geht laut Kriminalstatistik bereits auf das Konto eines Mädchens. Wer Glück hat, landet per Gerichtsbeschluss irgendwann im Anti-Aggressions-Training und lernt dort, dass frau sich auch anders ausdrücken kann. Wer Pech hat, macht weiter bis zur Strafmündigkeit.

Austerität tötet
Wer das Sparen erfand und wem es heute nützt

Von Sebastian Dörfler und Julia Fritzsche

Samstag, 18.10.2014, 13:05 Uhr, Wiederholung am Sonntag, 21.05 Uhr, Bayern 2

Die Selbstmordrate in Griechenland hat sich in den vergangenen drei Jahren verdoppelt. Die HIV-Infektionsrate ist binnen eines halben Jahres um 52 Prozent gestiegen. Und die EU warnt vor Infektionskrankheiten wie dem wieder aufgetauchten West-Nil-Virus, an dem in der Krise 62 Menschen gestorben sind. Der Grund: ein “Sparpaket”, das die Troika aus Europäischer Zentralbank, EU-Kommission und Internationalem Währungsfonds Griechenland vorgeschrieben hat, und das unter anderem den griechischen Gesundheitsetat fast halbierte. Das Sparen in der Krise hat einen Namen: Austerität. Doch was steckt hinter diesem Wort, das derzeit das Schicksal der EU bestimmt? Ist das politisch verordnete Sparen bittere Medizin oder Todesspritze für die betroffenen Länder? Wie kam der Sparkurs in die Welt? Und wem nützt der ausgeglichene Haushalt? Das Feature wirft einen Blick zurück. Auf die Weltwirtschaftskrise 1929, auf die US-Präsident Roosevelt statt mit “Sparen” mit einem “New Deal” reagierte. Auf die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts, in der nicht Sparen, sondern das Gegenteil: deficit spending, Mainstreampolitik war. Und auf den Beginn des Neoliberalismus, der hohe Staatsausgaben auf einmal zum Übel schlechthin erklärte. Nicht mehr der Staat, sondern die Privatwirtschaft gilt seit den 80er Jahren als Impulsgeber des Wachstums. Das Feature blickt aber vor allem auf die aktuelle Krise, die zeigt: der Glaube an stetiges Wachstum ist längst erschüttert. Dennoch hält die europäische Krisenpolitik an dem Dogma der “Austerität” fest.

Eine Geschichte vom Rummelplatz

Von Jenny Marrenbach

Samstag, 18. Oktober 2014, 18.05 Uhr, DR Kultur

Ein Gigant unter den Kirmeskarussellen, 50 Tonnen Stahl, zusammengeschraubt aus tausenden Teilen. Fünf Stufen bis zu der schweren drehbaren Platte, über der dann sechzehn Gondeln herumschleudern. Das Fahrgeschäft “Break Dance” steht für die Suche nach einem Moment von Freiheit und Rausch.

Und ist gleichzeitig Dreh- und Angelpunkt im Leben einer Gruppe von Schaustellern, die um die Chefin Jaqueline Hainlein leben und arbeiten. Jeder für sich und alle zusammen versuchen sie, das Leben vor und hinter den Kulissen miteinander zu vereinbaren. Ein Feature über sichere Häfen in rotierenden Gondeln, über Sehnsucht, Einsamkeit, Glück und Freundschaft. Eine Geschichte vom Rummelplatz.

Verlorene Denker

Sonntag, 19. Oktober 2014, 18:05 Uhr, hr2

Nachdem die Nationalsozialisten 1933 die Macht ergriffen hatten, mussten weit mehr als 100 Wissenschaftler die Frankfurter Universität verlassen – aus politischen Gründen, oder weil sie Juden waren. Einige konnten ihre Karrieren im Exil fortsetzen, für andere brach die wissenschaftliche Laufbahn jäh ab. Auch die Erinnerung an viele von Ihnen ist bis heute verlorengegangen. Studenten des historischen Seminars der Goethe-Universität sind den Lebenswegen einiger dieser Professoren nachgegangen. Die Recherchen haben Verborgenes wieder zu Tage gefördert: Dokumente und andere Fundstücke, mit denen sich die Biografien der “Verlorenen Denker”, von Frankfurter Professoren der Physik, der Chemie, der Mathematik, der Kunst und der Psychologie wieder nacherzählen lassen. Ein Projekt von hr2-kultur in Kooperation mit der Goethe-Universität anlässlich ihrer Gründung vor 100 Jahren.

 

Radiotipps für die Woche vom 6. bis 12. Oktober 2014

Dadaab
Anatomie eienr Lagergesellschaft in Kenia

Von Bettina Rühl

Dienstag, 07.10.2104, 19.15 Uhr, DLF

In den Flüchtlingslagern von Dadaab, nahe der kenianisch-somalischen Grenze, leben rund 350.000 Menschen. Sie sind vor dem Bürgerkrieg im benachbarten Somalia geflohen, einige schon vor mehr als 20 Jahren.

Weil sich Islamisten aus Somalia unter die Flüchtlinge mischen, sind in den Augen der kenianischen Regierung alle Bewohner potenziell gefährlich. Morde und Vergewaltigungen gehören zum Lageralltag, Fahrten zu den fünf Camps, aus denen der Komplex Dadaab besteht, finden nur mit bewaffneten Eskorten statt, die Flüchtlinge sind praktisch interniert und auf eine spärliche Grundversorgung durch das UN-Flüchtlingshilfswerk angewiesen. Obwohl alle mit etwa gleich leeren Händen hierhergekommen sind, hat sich im Lager eine soziale Differenzierung entwickelt.

Es gibt Erfolgsgeschichten wie die des 47-jährigen Bashir Ahmed Bihi, der zu einem erfolgreichen Geschäftsmann wurde, eine Sekundarschule aufbaute und Wahlen zur Lagervertretung einführte. Andere resignieren schon im Kindesalter und ziehen sich mit ihrer Angst vor Gewalt und dem ständig drohenden Tod in sich zurück.

Schicksal Lampedusa in Tel Aviv

Von Christian Buckard

Freitag, 10. Oktober 2014, 20.10 Uhr, DLF

Israel ist der einzige westliche Staat, der direkt an Afrika grenzt. Seit 2006 haben sich zehntausende Afrikaner, vor allem aus Darfur und Eritrea, auf den Weg in den Sinai gemacht, um von dort die Grenze nach Israel zu überqueren.

Viele von ihnen wurden während der Flucht in die grausamen Folterlager des Sinai entführt, andere durch Schüsse ägyptischer Soldaten verletzt. Wer die Reise überlebte, strandete im Süden Tel Avivs, wo die ärmliche Bevölkerung gegen die Flüchtlinge rebelliert und die Politiker mit Abschiebung drohen. Jetzt ist auch die Grenze abgeriegelt, die Gesetze gegen die illegalen “Eindringlinge” wurden verschärft. Ihr Schicksal bleibt ungewiss.

Das Hacker-Syndrom

Von Johannes Nichelmann

Samstag, 11. Oktober 2014, 13.05 Uhr, Wiederholung am Sonntag, 21.05 Uhr, Bayern2

Während der Konflikte des arabischen Frühlings saß Stephan Urbach wochenlang vor seinem Computer in Berlin. Von dort aus unterstützte er per Mausklick die Opposition in Ägypten und Syrien, lud Videos von Demonstrationen ins Netz. Als Teil einer Hackergruppe lieferte er die digitale Infrastruktur, mit der Demonstranten in Krisengebieten Informationen im Netz veröffentlichen können – oft 20 Stunden am Tag, denn das entgegengebrachte Vertrauen verpflichtet. Doch dann wird Urbach selbst zum Opfer seines digitalen Kampfes für Informationsfreiheit. Zu krass sind die Bilder auf seinem Desktop, die Berichte von Freunden, die er noch nie persönlich getroffen hat. Ausgebrannt und depressiv will er sich mit Anfang 30 das Leben nehmen. Statt der Welt zu helfen, braucht er selbst Hilfe und stellt fest, dass er nicht der Einzige ist.

Friederike Mayröcker

Von Carmen Tartarotti und Ferdinand Ludwig

Samstag, 11. Oktober 2014, 18.05 Uhr, DR Kultur

Die medienscheue Grande Dame der österreichischen Literatur, Friederike Mayröcker, hat der Filmemacherin Carmen Tartarotti über einen langen Zeitraum hinweg den Zugang zu ihrem Dichtergehäuse und die Aufnahme von Tonbandgesprächen gewährt.

In dem dabei zutage geförderten Monolog spricht die Schriftstellerin in freier Assoziation: über ihre Kindheit, die ungeliebte Berufstätigkeit als Englischlehrerin, die Beziehung zu den Eltern, vor allem zur Mutter, über Ernst Jandl, über Kunst und Musik. Das Feature lebt von der monoton-melodiösen Stimme Mayröckers, von ihren Sentenzen, Paradoxien, Reflexionen und scheinbar unspektakulären Beobachtungen.

Pathologien der Freiheit
Der Neoliberalismus, das Internet und wir

Von Roman Herzog

Sonntag, 11. Oktober 2014, 14.05 Uhr, SWR2

Seit den Enthüllungen Edward Snowdens wird allenthalben für die Freiheit des Internets gestritten. Aber was ist das für eine Freiheit, und wie ist das Internet zu dem geworden, was es heute ist? “Pathologien der Freiheit” zeichnet den kritischen Netzdiskurs nach von den 1980er-Jahren bis heute und zeigt, wie im zweiten Anlauf aus der Asche der Dot-Com-Krise und der Twin Towers das neoliberale Internet entsteht, in dem heute Staaten, Geheimdienste und Unternehmen eine lückenlose Kalkulation und Kontrolle der Individuen und Bevölkerung anstreben. Michel Foucault hatte schon in den 1970er-Jahren mit seinen Analysen des Neoliberalismus gezeigt, welche Kontrollgesellschaft sich abzeichnet und wie wir selbst durch unser aktives Mitwirken dem System zum Erfolg verhelfen, indem wir uns als selbstoptimierte Subjekte schaffen. Genau damit geben wir den Unternehmen und Geheimdiensten erst die Möglichkeit, uns in einer Freiheitsfalle gefangen zu halten.

Verlorene Denker

Sonntag, 19. Oktober 2014, 18:05 Uhr, hr2-kultur

Die Universität residiert heute an einem der Tatorte des Nationalsozialismus: dem IG-Farben-Gebäude.

Nachdem die Nationalsozialisten 1933 die Macht ergriffen hatten, mussten weit mehr als 100 Wissenschaftler die Frankfurter Universität verlassen – aus politischen Gründen, oder weil sie Juden waren.

Einige konnten ihre Karrieren im Exil fortsetzen, für andere brach die wissenschaftliche Laufbahn jäh ab. Auch die Erinnerung an viele von Ihnen ist bis heute verlorengegangen. Studenten des historischen Seminars der Goethe-Universität sind den Lebenswegen einiger dieser Professoren nachgegangen. Die Recherchen haben Verborgenes wieder zu Tage gefördert: Dokumente und andere Fundstücke, mit denen sich die Biografien der “Verlorenen Denker”, von Frankfurter Professoren der Physik, der Chemie, der Mathematik, der Kunst und der Psychologie wieder nacherzählen lassen. Ein Projekt von hr2-kultur in Kooperation mit der Goethe-Universität anlässlich ihrer Gründung vor 100 Jahren.

 

Radiotipps für die Woche vom 29. September bis 5. Oktober 2014

Bildung ohne Schule oder die Grenzen der Freiheit

Von Theo Horster

Dienstag, 30.09.2014, 19:15 Uhr, DLF

Immer wieder stehen in Deutschland Familien vor Gericht, die ihre Kinder nicht in die Schule schicken. Wie kommt es dazu, dass Eltern – und Kinder – sich für einen solchen Weg entscheiden?

Was treibt sie an, wie sieht ihr Alltag aus? Juristisch ist eine Kindheit ohne Schule in der Bundesrepublik nicht vorgesehen, anders als in fast allen anderen Ländern Europas. Für die meisten Deutschen ist schon der Gedanke eine Provokation.

“Das Feature” zeichnet das Porträt einer fast in jeder Hinsicht normalen Mittelschichtsfamilie, die sich für den Weg in die Illegalität entschieden hat: Die Kinder besuchen weder Schule noch Kita. Wie lebt man mit der Angst vor Entdeckung? Wie reagiert das Umfeld auf den radikalen Entschluss? Wie geht es den Kindern? Die Schulpflicht ist eines der letzten Tabus in der scheinbar liberalen deutschen Gesellschaft.

Zwischen Gold Rush und Golden Gate.
Das San Quentin State Prison

Von Arndt Peltner

Mittwoch, 01.10.2014, 18.05 Uhr, SWR2

Es ist das älteste Gefängnis in Kalifornien. 1852 wurde es am Rande der San Francisco Bay eröffnet, mit Blick auf die Wolkenkratzer der Stadt. San Quentin ist reich an Geschichte und voller Geschichten. Sie handeln von Gangs, die sich auch hinter den Mauern einen brutalen Krieg liefern und dem kalifornischen Todestrakt. Sie erzählen aber auch von Johnny Cashs legendären Konzerten, oder einem der größten und beeindruckendsten Wandbilder im ganzen Bundesstaat, verborgen vor den Augen der Öffentlichkeit. Dutzende von Programmen werden den Gefangenen in San Quentin angeboten, sie reichen von Sozial- und Kunstprogrammen, über eine Shakespeare Theatergruppe, eine eigene Zeitung, bis hin zu einem seit 1920 bestehenden Baseballteam.

„Wo sind wir bloß hingekommen?“
Die letzten Monate der DDR-Staatssicherheit im Originalton

Von Elke Kimmel und Marcus Heumann

Freitag, 03.10.2014, 11:05 Uhr, DLF

169.000 Film-, Video- und Tondokumente lagern heute in den Archiven der ehemaligen DDR-Staatssicherheit – ein Bestand, der gemessen an 112 Kilometern Schriftgut, 39 Millionen Karteikarten und 1,4 Millionen Fotos und Negativen eher gering erscheinen mag.

Und doch liefern gerade die Tonbänder des MfS, das im November 1989 zum “Amt für Nationale Sicherheit” (AfNS) mutierte, aufschlussreiche Eindrücke von der friedlichen Revolution aus der Perspektive des “Schilds und Schwerts der Partei”: Spitzelberichte über oppositionelle Friedensgebete, Demonstrationen und – nach dem Mauerfall – akribische Meldungen über Ein- und Ausreisezahlen sowie besondere Vorkommnisse an der durchlässig gewordenen Grenze.

Teile des Telefonverkehrs jener Zeit zwischen Dienststellen und Informanten aus der ganzen DDR und der Zentrale in der Ostberliner Normannenstraße sind in den Archiven der Jahn-Behörde erhalten geblieben, ebenso wie die Tonprotokolle des “Zentralen Operativstabs” (ZOS), Mitschnitte von Gesprächen zwischen Stasi-Bediensteten über ihre eigene Zukunft und Aufzeichnungen aus Stasi-Dienststellen in der Provinz.

Das Feature präsentiert eine Auswahl aus diesem jahrzehntelang unveröffentlichten Material. Erst sehr spät dämmerte den regimetreuen “Tschekisten”, dass der Umbruch in der DDR auch ihr eigenes Ministerium hinwegfegen würde: Am 14. Dezember 1989 beschloss die Modrow-Regierung die Auflösung des AfNS.

„Sie werden lachen, die Bibel“
Das Buch der Bücher im Spiegel der Literatur

Von Hans-Joachim Simm

Freitag, 3. Oktober 2014, Teil 1: 14:05 Uhr, Teil 2: 18.05, HR2

Als Bertolt Brecht gefragt wurde, welches sein Lieblingsbuch sei, antwortete er zum Erstaunen des Fragestellers: “Sie werden lachen, die Bibel”.

Überraschend ist das jedoch durchaus nicht, denn kein anderes Buch hat so umfassend und weitreichend, so intensiv und nachhaltig auf die Literatur eingewirkt wie die Bibel. Unsere Folgen zeigen einige der Stationen der unerschöpflichen Beziehung von Bibel und Literatur, von Religion und Dichtung im deutschen Sprachraum auf, von den frühen Übersetzungsversuchen und Adaptionen bis zu den Autoren des 20. Jahrhunderts.

Geheimarmee “stay behind”
Der Staat als Pate des Terrors?

Eine Spurensuche von Ulrich Chaussy

Samstag, 04.10.2014, 13.05 Uhr, Bayern 2

Der Bombenanschlag auf dem Bahnhof von Bologna und das Münchner Oktoberfestattentat: Das Phantom Geheimarmee “Gladio” bzw. “STAY BEHIND”-Organisationen war überall in den achtziger Jahren. Zunächst wurde das klandestine Netz, das fast ganz Europa überspannte, von den Nachrichtendiensten der Westalliierten, vor allen dem Britischen Geheimdienst und dem amerikanischen CIA begründet. Das Phänomen war ungreifbar und deswegen offenbar zu allem fähig. Bisher gab es meist nur Gerüchte – und Dementis. Jetzt gibt es Belege: Neu geöffnete Akten offenbaren erstmals die Übernahme der “STAY-BEHIND-Organisation” durch den Bundesnachrichtendienst. Auch der BND unterhielt einen für Sabotageakte im Besatzungsgebiet geschulten speziellen Kampfverband, der für Aktionen der “unconventional warfare” vorgesehen war. Es gab Einsatzszenarien, und es ging nicht nur, wie bisher behauptet, um Funkaufklärung.
Ulrich Chaussy sucht nach den aufgelassenen Waffendepots und den Veteranen des geheimen Krieges, unter denen es vor allem in den 50er Jahren viele Rechtsextremisten gab. Konnten sie sich für ihre Terroranschläge aus “STAY-BEHIND”-Depots bedienen? Mit dem ehemaligen Ersten BND-Direktor Wolbert Smidt äußert sich im Feature ein Insider. Und wie wirken die Vorläufer moderner Spezialeinheiten und geheimer Kriegsführung bis heute in die aktuelle Sicherheitspolitik? Oder erweist sich “Gladio”, gemessen an den Projektionen, die im sich selbst aufladenden Gerüchteraum des Internets wilde Bilder in unsere Köpfe beamen, als Scheinriese a là Turtur, der beim Näherkommen immer kleiner wird?

Heimat
Über die Schwierigkeiten ein “Neuer Deutscher” zu sein

Von Andreas Weiser

Samstag, 04.10.2014, 18.05 Uhr, DR Kultur

2013 wurde für mehr als eine Million Zuwanderer Deutschland zur neuen Heimat. Inzwischen hat fast ein Viertel der bundesdeutschen Bevölkerung einen “Migrationshintergrund”. Die Zugezogenen arbeiten in Deutschland, gründen Familien.

Viele wurden hier schon geboren. Deutschland ist ihre Heimat. Doch noch immer werden sie von der deutschen Mehrheitsbevölkerung nicht als gleichberechtigt akzeptiert.

Sieben Menschen erzählen, wie das ist, als Fremder im eigenen Land zu leben, welche Strategien die “neuen Deutschen” entwickeln und welche Perspektiven sie für sich sehen.

„Was geht Ihnen durch den Kopf?“ – Ein Messer
Nachuntersuchung eines psychochirurgischen Verfahrens

Von Michael Lissek

Sonntag, 4.10.2014, 14.05 Uhr, SWR 2

Lobotomie, Leukotomie, Hypothalamotomie, Stereotaxie: So hießen chirurgische Verfahren, von denen man sich Besserung bei psychischen Erkrankungen versprach. Ohne ganz genau zu wissen, was sie im Hirn treffen, bohrten Operateure unter lokaler Betäubung ein oder zwei Löcher in den Kopf des Patienten, führten ein Instrument ein und setzten “Läsionen”. Der Patient zeigte sich danach lethargisch, antriebslos, vertrauensselig. Aber nicht selten auch gleichgültig gegenüber seinen Symptomen. Operiert wurde bei Depressionen und Schizophrenie, aber auch Homosexuellen, Pädophilen, überaktiven Kindern oder allzu untreuen Ehefrauen schnitt man im Hirn herum. Erst Ende der 1970er-Jahre setzte sich der Gedanke durch, dass psychochirurgische Operationen medizinisch fragwürdig und moralisch vielleicht unvertretbar sind. Doch die Operateure kämpften um ihren Ruf. Einige von ihnen führten noch jahrelang “Follow-Up-Studien” durch, indem sie ehemalige Patienten besuchten, um nachzuweisen, dass sie seit der Operation ein glückliches Leben führen. Walter Freeman, Großpropagator der Lobotomie in den USA, legte dafür rund 80.000 Kilometer in seinem Caravan zurück und nahm sich dabei auf einem Diktafon auf. In Deutschland reiste ein Hamburger Arzt durch die Republik – und schrieb ein Buch, das niemand veröffentlichen wollte.

 

Radiotipps für die Woche vom 23. bis 29. September 2014

Der relative Wert des Schönen
Vom Kampf um eine urbane Idylle

Von Tita Gaehme

Dienstag, 23.09.2014, 19:15 Uhr, DLF

“Am beschaulichen Meyerinckplatz lässt sich die Geburt des enragierten und erzürnten Bürgers beobachten”, sagt Michael Naumann, ehemals sozialdemokratischer Staatsminister für Kultur und Medien, jetzt bürgerbewegt im eigenen Wohnviertel.

Anwohner kämpfen in Berlin-Charlottenburg um ihren Kiez, in dem Lebenszusammenhänge jahrzehntelang fast störungsfrei gewachsen sind. Urbane Kultur hat hier in der erhaltenen Architektur der Jahrhundertwende einen Erinnerungsraum, gleichzeitig einen lebendigen Ideal-Ort: im Zentrum der Metropole, mit der sozialen Wärme eines idyllischen Dorfes. Wo so viel Widerspruch ist, wird der Kampf für ein altes Kino gegen einen Bio-Supermarkt zum Lernprozess für direkte Demokratie.

 

Dunkelkammer Psychiatrie

Von Wolfram Wessels

Mittwoch, 24.09.2014, 22.03 Uhr, SWR2

In den vergangenen Jahren sind immer mehr Menschen in geschlossene Psychiatrien eingewiesen worden. In Deutschland entscheiden Richter darüber auf der Grundlage psychiatrischer Gutachter. Ob Allgemeinpsychiatrie oder Forensik – hinter Mauern und Zäunen verbirgt sich eine abgeschottete Welt. Der Autor recherchiert in den schwer einsehbaren Zonen formalrechtlich korrekter Verhältnisse. Er blickt hinter die Fassade einer fragwürdigen Normalität und fragt nach alltäglichen Grenzüberschreitungen und schweren Grundrechtsverletzungen. Amtliche und wissenschaftliche Akteure konfrontiert er mit ihren Rollen in diesem System aus Zwang und Sicherheit, das Bürger vielleicht zu oft als Risiko und Gefahr für die Allgemeinheit behandelt.

Traumtagebuch oder Die Kunst, nicht zu denken
Mit Rousseau auf der Petersinsel

Von Tobias Lehmkuhl

Sonntag, 28.09.2014, 14.50 Uhr, SWR2

Er wurde mit Steinen beworfen und flüchtete auf die Petersinsel im Bieler See. Hier verlebte er die schönste Zeit seines Lebens. Müßig lag er im Kahn und ließ die sanften Wogen durch seine Hand gleiten. Oder er lief botanisierend durch das Wäldchen, das sich auf einem Hügel erhob. Dann musste der Philosoph Jean-Jacques Rousseau auch von hier wieder fort. Doch was ist von ihm geblieben? Was wissen die Bieler noch von ihm? Wie beantworten sie heute die Fragen, die Rousseau sich vor 250 Jahren gestellt hat? Vor allem aber: Ist es möglich, an den Ufern des Sees das Denken hinter sich zu lassen und ins Träumen zu geraten? Einen jener Momente zu erleben, die Rousseau in seinen “Träumereien eines einsamen Spaziergängers” so inständig beschwört? Tobias Lehmkuhl hat das Experiment gewagt. Einheimische haben ihm dabei geholfen.

 

Radiotipps für die Woche vom 15. bis 21. September 2014

Jack and Ellen

Von Mooj Zadie, Brendan Baker und Nick van der Kolk

Mittwoch, 17.09.2014, 0.05 Uhr, DR Kultur

Ellen war auf Geldsuche. Mit ihrem Job als “sandwich artist” für eine Imbisskette war es in dieser Hinsicht nicht weit her. Also entschied sie sich für eine andere Tätigkeit – eine mit 30.000 Dollar Verdienst für ein paar Stunden Arbeit pro Woche. Dafür aber mit moralischen und emotionalen Konsequenzen.

“Jack and Ellen” erhielt eine lobende Erwähnung beim Featurewettbewerb ›Third Coast International Audio Festival‹. Wir senden das Feature im amerikanischen Original mit kurzen Erläuterungen.

Abschied vom Dalai Lama
Die Zukunft des tibetischen Kampfes für Unabhängigkeit

Von Peter Meier-Hüsing

Mittwoch, 15.09.2014, 22.03 Uhr, SWR2

Vor zwei Jahren hat der Dalai Lama sich von seinen politischen Funktionen verabschiedet und konzentriert sich seither auf seine Rolle als religiöses Oberhaupt der tibetischen Buddhisten. Die erste Generation Tibeter, die im Exil geboren und aufgewachsen ist, kennt das unabhängige Tibet nur aus Filmen, Büchern und Erzählungen. Jetzt hat sie die führenden Positionen in der Exil-Community übernommen. Der kulturelle Graben zwischen Exil-Tibetern und denen, die unter chinesischer Herrschaft leben müssen, wächst. Die weiterhin völlig kompromisslose Haltung der chinesischen Führung in der Tibet-Frage führt zu Verzweiflung und Radikalisierung. Immer mehr jungen Exiltibetern erscheint der gewaltlose Weg des Dalai Lama überholt. Aber was ist die Alternative? Die tibetischen Exilgemeinden in aller Welt und die Tibeter auf chinesischem Hoheitsgebiet fragen sich, wie es nach dem Abschied des Dalai Lama weitergehen könnte.

Die andere Heimat?
Das Münchner Traditionslabel Trikont

Von Valerie Trebeljahr

Samstag, 20.09.2014, 13.05 Uhr, Wiederholung am Sonntag, 21.05 Uhr, Bayern 2

Heimat ist wieder in, und zumindest der Süden Deutschlands braucht für diese Erkenntnis keine Nationalelf, sondern beweist nun schon seit Jahren: “Mia” sind mehr als “mia”, und selbst ein bayerischer Heimatbegriff muss nicht von Lederhose, Parteibuch, und Volkstümelei geprägt sein, kann auch klare politische Statements beinhalten, beispielsweise gegen die Obrigkeit. Dass das andere, das anarchische aber auch hippe Bayern im Trend liegt, zeigt der internationale Erfolg von Bands wie LaBrassBanda vom Chiemsee oder die Renaissance der “Oiden Wiesn” auf dem Oktoberfest. Eine Münchner Institution, die den aktuellen Heimat-Trend mitbefördert hat, von ihm profitiert, ihn aber auch kontinuierlich hinterfragt ist “Trikont”. “Damn, Trikont get me every time. How do these dudes keep getting it so right?” schreibt der angesehene Musikjournalist Everett True 2007 in der New Yorker “Village Voice”: Rund 450 Veröffentlichungen zählt die Diskographie von Trikont: Hier findet sich finnischer Tango neben American Yodeling, Russendisko neben Rembetika, Karl Valentin neben Country-Legende Hank Williams. Eine große musikalische und kulturelle Bandbreite, die allerdings aus einer klaren politischen Linie resultiert. Und deren Wurzeln reichen weit zurück: Gegründet wurde Trikont 1967 als linksradikaler Verlag, als Teil der damals gerade beginnenden Außerparlamentarischen Opposition. Schon damals mit an Bord: Achim Bergmann, heute mit Eva Mair-Holmes Geschäftsführer von Trikont. Klarer Ansatz des Kleinunternehmens: Revolution. Man verlegte Che Guevara und Terrorist Bommi Baumann. Da Politik und Pop in den 60ern nah beieinander lagen, war es nur logisch, im Laufe der Jahre verstärkt Musik heraus zu bringen und damit ein größeres Publikum zu erreichen als mit ewigen Theoriediskussionen. Die Suche nach dem Anderen, dem Dagegen, dem Experiment nach ureigenen Kriterien, mit einer gehörigen Portion Dickschädel, ohne Angst vor Staat oder Trend, bestimmt bis heute die Arbeit. Ein Label, das mittlerweile international Anerkennung genießt, und immer wieder die Frage nach dem Wo und Wie von Heimat stellt.

Shopping is Coming Home

Von Susanne Franzmeyer und Jens Jarisch

Samstag, 20.09.2104, 18.05 Uhr, DR Kultur

“Shopping is Coming Home” ist der Slogan des 64. Shopping-Centers, das gerade in Berlin entsteht. Der moderne Mensch kauft nicht nur, er arbeitet, speist und wohnt in einer eigens dafür konzipierten Konsumerlebniswelt.

Das Feature beschreibt die triste Gegenwart einer Stadt, in der Conceptioner mit multisensorischem Marketing Besucherströme von ›Endverwendern‹ durch gigantische Konsumwelten lenken und von sich sagen: “We design experience”. Und was erleben die Menschen, die hier tatsächlich wohnen? Wir folgen einem Betrachter auf seinem Weg durch die Stadt.

Rückkehr nach Knokke
Eine Erfahrung aus dritter Hand

Von Jochen Wobser und Oliver Kobold

Sonntag, 21.09.2014, 14.05 Uhr, SWR2

1984 macht der Künstler Martin Kippenberger eine Woche Urlaub im belgischen Seebad Knokke. Er schreibt auf, was er tut und erlebt (nicht viel) und übergibt seine Aufzeichnungen nach der Rückkehr der befreundeten Künstlerin Annette Grotkasten mit der Anweisung: alles in allen Details nachmachen. Aus dem Spiel mit der Wiederholung ergibt sich eine künstlerische Versuchsanordnung. Wie verändert der zweite Blick das selbst Erlebte? 30 Jahre später unternehmen Oliver Kobold und Jochen Wobser dieselbe Reise – nun als Erfahrung aus dritter Hand. Die Spurensuche führt auch zurück zu den ästhetischen Fragestellungen und Verwerfungen der 80er-Jahre, als sich die Künstlerin Annette Grotkasten zu ihrem eigenen Erstaunen in der Jugendzeitschrift “Bravo” wiederfand – als gefeierte Lead-Sängerin der NDW-Band “Bärchen und die Milchbubis”.

Mit Saba in ein neues Leben – Bildungsstipendium für Migrantinnen

Von Christiane Kreiner

Sonntag, 14. 09.2014, 18:05 Uhr, HR2

Die Königin von Saba war eine starke Frau. Hamida, Shabana, Yergalem und die anderen Saba-Stipendiatinnen sind es auch. Sie sind vor vielen Jahren aus den unterschiedlichsten Gründen geflüchtet – beispielsweise aus Somalia, Afghanistan oder Eritrea.

Dass Shabana nun seit kurzem in Frankfurt an der Fachhochschule studiert, Yergalem ihren Realschulabschluss macht und Hamida ihre Ausbildung als Altenpflegerin begonnen hat, verdanken sie ihrem eigenen Durchhaltevermögen und “Saba”, einem Bildungsprogramm der Crespo-Foundation. Die Crespo-Foundation wurde gegründet von Ulrike Crespo, der Enkelin des Unternehmers und Mitbegründers der Wella AG Karl Ströher. Seit Beginn des Projektes im Jahr 2008 konnten mehr als 100 Frauen aus dem Rhein-Main-Gebiet gefördert werden. Die Autorin stellt Teilnehmerinnen vor, die ihren Bildungsabschluss schaffen und einen Beruf erlernen wollen, um hier ein selbstbestimmtes Leben führen zu können.

Radio reflektiert

Mit Wolfram Wessels

Sonntag, 21.09.2014, 19.30 Uhr, SWR2

Es gibt eine Hörspiel-Spur, es gibt eine Feature-Spur, eine Internet-Spur, eine Diskurs-, Musik- und Soundspur und alle Spuren führen zum Radio, ins world wide web und wieder zurück. Mehrspur entwickelt das Internetprojekt DOKUBLOG weiter, reflektiert den Stand aktueller Mediendebatten und das laufende Programm, mischt die Spuren und stellt neue Zusammenhänge her. Hörspiel- und Feature-Kritiken treffen auf Debatten über die Bedeutung des Radios, auf Berichte über nationale und internationale Trends und auf DOKUBLOG-Features und -Hörspiele. Prominente Autoren diskutieren und arbeiten mit weniger bekannten zusammen: Jeder ist nicht nur Radio-Reporter und Audiokünstler, sondern auch Kommentator, Rezensent, Essayist und kann sich über die Seite www.swr2.de/dokublog beteiligen. Sie ist Archiv und Produktionsplattform zugleich.
www.swr2.de/dokublog ist bereits online, “MEHRSPUR. Radio reflektiert” einmal monatlich.