Hörfunktipps für die Woche vom 18. bis 24. August 2014

 

Der Fall M

Ein Stück über ein gefundenes Diktiergerät

Von Stella Luncke und Josef Maria Schäfers

Mittwoch, 20. August 2014, 00.05 Uhr, DR Kultur

Ein Diktiergerät mit einer Mikrokassette. Ein kurioser Fund mit einer seltsamen Aufnahme: Ein Mann erzählt von einer rätselhaften Frau, die er nur M nennt. Angeblich arbeitet sie undercover für die Polizei. Aber wie und warum?

Soldatin in Israel soll sie gewesen sein und Immobilienmaklerin und irgendwie mit der Mafia verbandelt. Kann man das glauben? Auf jeden Fall kann man Experten zur Tonbandkassette befragen: Patholinguisten, Psychologen und Forensiker, Toningenieure und  eine Drehbuchautorin versuchen hinter das Geheimnis der Aufnahme zu kommen. “Der Fall M” ist ein Stück über Analyse und Spekulation, über Neugier und Mutmaßung.

Große Radio-Stimmen: Percy Adlon und Heidi Treutler
Ein Leben ohne Auto – Utopisches Hörbild aus Geschichte und Gegenwart

Von Georg Lohmeier

Samstag, 23.08.2014, 13:05 Uhr, Bayern2

Im Bayern 2-Sommerradio öffnet der Bayerische Rundfunk sein Schallarchiv für herausragende Produktionen im 20. Jahrhundert. Diesen Sommer widmet sich die Reihe “Offenes Archiv – Das Feature als Dokument seiner Zeit” in sechs Ausgaben großen Radiostimmen.
Hinter der alten Eiche ist der Einstieg in die Europa-U-Bahn. Von dort geht es vom mittelfränkischen Gunzenhausen unterirdisch in dreißig Minuten nach Straßburg. Jedes bayerische Dorf wird von zwei Zügen angefahren. Weit und breit ist das Auto verschwunden und Bayern wieder gemütlich. Um die letzten Autosüchtigen kümmert sich ein Entwöhnungssanatorium in Wolfsburg. In Georg Lohmeiers Feature kommen nicht nur typische Themen der 70er Jahre zur Sprache – die Zukunft der Verkehrspolitik, Ökologie und Lebensqualität -, sondern auch Sprecher zu Wort, die prägend waren für das Programm des Bayerischen Rundfunks jener Zeit. Heidi Treutler und Percy Adlon in den Hauptpassagen, Fritz Straßner, Eleonore Noelle, Wolfgang Büttner und Alexander Hegarth in weiteren Rollen. Sie alle sind einem breiten Publikum auch durch ihre Tätigkeit für Film und Fernsehen oder auf der Bühne bekannt. Fritz Straßner spielte in über 700 Vorstellungen am Münchner Residenztheater die Hauptrolle in “Der Brandner Kasper und das ewig’ Leben”. Wolfgang Büttner wirkte in Straßenfegern wie der TV-Serie „Soweit die Füße tragen“ oder dem schwarzweiß-Abenteuer Raumschiff Orion. Alexander Hegarth gab im “Monaco Franze” den Porschefahrer Dr. Schönferber. Die Schauspielerin Eleonore Noelle war eine der meistbeschäftigten Synchronsprecherinnen ihrer Zeit, zum Beispiel für Grace Kelly oder Elizabeth Taylor. Percy Adlon, der heute in Kalifornien lebt, erreichte erste internationale Aufmerksamkeit mit seinem Kinofilm “Out of Rosenheim”. Der Autor Georg Lohmeier, ist seit seinem Drehbuch der ZDF-Serie “Königlich Bayerisches Amtsgericht” bundesweit bekannt. Und nicht zuletzt: Heidi Treutler – eine der großen Stimmen des bayerischen Hörfunks. Sie synchronisierte u.a. Barbara Eden in der Kultserie “Bezaubernde Jeannie”. Keine Wunder also, dass Treutler durch das utopische Hörbild “Leben ohne Auto” führt. Radio einschalten, die Arme verschränken und mit einem Augenblinzeln Straßenverkehr und Urlauberstau wegzaubern.

Das Menopausending
Und: Ist das alles?

Von Barbara Eisenmann

Samstag, 22. August 2014, 18.05 Uhr, DR Kultur

Die Menopause ist Gegenstand der neoliberalen Selbstoptimierung geworden. Durch den medizinischen Diskurs geistert sie als Risiko, das die menopausale Frau managen soll. Der Kollektivzwang zur Prävention ist überall, egal ob Schwangerschaft, Krebs, Wechseljahre.

Die Menopause ist auch Objekt von Anti-Aging und Lifestyling mit Botox, Kunstbrüsten, Mösendesign. Und sie beschäftigt die Gesundheitsindustrie mit Hormonpräparaten und Gebärmutterentfernungen. Von der Menopause zu sprechen, öffnet ein weites Feld und rückt die kapitalismus- und sprachkritischen Wurzeln des feministischen Projekts wieder in den Blick. Das Feature spielt mit verschiedenen Genres und mischt das klassische Interview mit Doku-Fake-Formen und fiktiven Szenen. Es ist auch eine Hommage an Yvonne Rainers Film “Privilege.”

Die Lockung der Lok – Eisenbahn-Fans unter Dampf

Von Thilo Schmidt-Sonn

Sonntag, 23. August 2014, 14.05 Uhr, SWR2

Es gibt Orte, da passiert nichts. Nur manchmal kommt ein Zug vorbei. Und es gibt Menschen, die diese Orte genau deshalb besuchen. Man könnte sie einfach als Eisenbahnfans bezeichnen. Aber wenn sie von “Triebwagen” und “Netzabdeckung” sprechen, scheint ihre Leidenschaft intensiver und lustvoller, eben: ferrosexuell. Sie sammeln Zugfahrten wie Briefmarken, sie fotografieren seltene Loks wie exotische Tiere und wenn ihnen eine längst stillgelegte Strecke in der Sammlung fehlt, mieten sie auch schon mal eigens einen Zug, der sie bis zum letzten Prellbock bringt. Extrem-Hobbyisten gibt es in vielen Bereichen. Und doch scheinen die Eisenbahnfans noch etwas extremer: pflichteifrig, planverliebt und pünktlichkeitsbesessen. Mit anderen Worten: genauso wie die Bahn selbst längst nicht mehr ist.

Uwe Schultz im Gespräch mit Harry Buckwitz

Sonntag, 24. August 2014, 18:05 Uhr, hr2-kultur | Die historische Aufnahme

Fünf Jahre vorher führte hr-Kulturredakteur Uwe Schulz ein Gespräch mit ihm, das wir in unserer Sommerreihe wiederholen. Thema des Dialogs sind Buckwitz Werdegang und Exil während der NS-Zeit, die Entwicklung des Theaters in der Nachkriegszeit, die Besonderheit des Frankfurter Theaterpublikums, Buckwitz großes Engagement für Brecht und sein Zusammentreffen mit dem großen Dramatiker in Frankfurt, die Programmatik der Buckwitzschen Inszenierungen und die Entwicklung des Frankfurter Theaters in den siebziger Jahren.

 

 

 

Radiotipps für die Woche vom 11. bis 17. August 2014

Kurzstrecke 28
Feature, Hörspiel, Klangkunst

Zusammenstellung: Jan Rohlf, Barbara Gerland, Ingo Kottkamp

Mittwoch, 13.08.2014, 0.05 Uhr, DR Kultur

Was hört man zwischen den Stühlen? Kann Radio auch anders? Heute schon mal kurz gefasst? Deutschlandradio Kultur sucht fortlaufend Neuproduktionen zwischen Feature, Hörspiel und Klangkunst.

Jahrestag auf der Parkbank
Von Jonas Bolle und Simon Kuball
Zwei junge Männer gleichen ihr Leben ab.

Die Sammlung meines Onkels
Von Johannes Kulms
Kettensägen ohne Massaker

Frog
Von Owl yeah
Aus dem Leben eines Froschs

Interview mit der Sprechmaschine
Text-to-Speech-Programme und die Tücken künstlicher Kommunikation

Von Markus Metz und Georg Seeßlen

Samstag, 16.08.2014, 18.05 Uhr, DR Kultur

Seitdem die Maschinen den Menschen immer mehr Arbeit abnehmen, gibt es den Wunsch, mit diesen Maschinen auch verbal zu kommunizieren.

Gleichzeitig wächst die Angst, diese künstliche Kommunikation könnte schiefgehen. Die einfachen Text-to-Speech-Programme, bei denen ewig freundlich-hölzerne Stimmen genormte Antworten gaben, sind überholt. Ob ein echter Mensch oder ein Speech-Programm am Telefon antwortet, wird immer schwerer zu unterscheiden. Was bringt die Zukunft der sprechenden Maschine?

Große Radio-Stimmen: Alois Maria Giani. Ein akustisches Porträt

Samstag, 16.08.2014, 13:05 bis 14:00 Uhr, Bayern 2

Im Bayern2-Sommerradio öffnet der Bayerische Rundfunk sein Schallarchiv für herausragende Produktionen im 20. Jahrhundert. Diesen Sommer widmet sich die Reihe “Offenes Archiv – Das Feature als Dokument seiner Zeit” in sechs Ausgaben großen Radiostimmen.

Im Abenteuervierteiler “Die Schatzinsel” siegt das Gute über das Böse und Dr. David Livesey punktet gegen den Piraten Long John Silver. Dabei klingt in der deutschen Synchronfassung der heldenhafte Mediziner wie ein Mann von Welt, irgendwie allwissend, schon überall gewesen und auch so eigenartig nah und vertrauenswürdig. Zumindest für den bayerischen Zuschauer. Das verwundert nicht, wenn man nachschaut, wer dem französischen Schauspieler George Riquier seine deutsche Stimme leiht: Es ist Alois Maria Giani, der von radioWissen, über das Rucksackradio zur Literatur und von da weiter vom Bayerischen Feuilleton bis zur Katholischen Welt nahezu für jede Redaktion des Bayerischen Rundfunks regelmäßig im Studio war. Mögen es meist nur kurze Texte sein wie Zitate, Übersetzungen oder kleine Nebenrollen, doch gerade die machen Alois Maria Giani zur großen Stimme des Bayerischen Rundfunks. Sobald sie erklingt fühlt man sofort, welches Programm eingeschaltet ist: Vielfältige Kultur und tiefschürfende Information, oder spannende Unterhaltung und Hörspiel. Das erste spricht Giani bereits 1935 – Verwehte Spuren – erst 1948 kann es weiter gehen, bis heute. Das nächste Hörspiel, in dem Alois Maria Giani eine Rolle spielt, wird im September 2014 gesendet. Alois Maria Giani, geboren am 25. Mai 1912, war überwiegend als Theaterschauspieler tätig. Bis 1996 gehörte er dem Ensemble der Münchner Kammerspiele an und dem der Kleinen Freiheit, aber immer wieder fragte der Hörfunk nach dieser Stimme. Das “Offene Archiv – das Feature als Dokument seiner Zeit” folgt ihr in seiner dritten Sendung im Bayern2-Sommerradio durch die Jahrzehnte mit einer Auswahl aus Reisefeatures – auch das gehört zum großen Repertoire Alois Maria Gianis. Diese akustische Reise durch die Zeit führt vom Rande unseres Kontinents bis zu einem bunt gewebten Teppich in Marokko.

Tatra

Von Werner Pöschko

So, 17.08.2014, 14.05 Uhr, SWR2 Feature am Sonntag

Das Auto sah aus wie ein fliegender Fisch: silbergrau, stromlinienförmig und mit einer Rückenflosse, die wie ein Leitwerk aus dem Heck ragte. Das Auto schien direkt aus der Zukunft zu kommen. Das Auto war ein Tatra T 87. Seine Fahrer waren zwei junge Tschechen. Jirí Hanzelka und Miruslav Zikmund reisten 1947 bis 1950 mit dem futuristischen Fahrzeug durch Afrika, Süd- und Mittelamerika – als selbsternannte Botschafter ihrer jungen Republik und des sozialistischen Fortschritts. Hunderte Radio-Reportagen machten die Abenteurer unterwegs, nach Hause zurückgekehrt schrieben sie mehrere Bücher und unternahmen 1959 bis 1964 eine zweite Reise, die sie durch Asien führte. Hanzelka und Zikmund waren fahrende Volkshelden – bis 1968 die Sowjetunion Volk und Fahrt aller Tschechen hart ausbremste und den Tatra-Piloten Reise- und Publikationsverbot erteilte. Erst nach dem Fall des Eisernen Vorhangs wurden sie rehabilitiert. Hanzelka starb im Jahr 2003. Zikmund ist heute 95 und kann sich noch gut erinnern: wie und warum er um die Welt gereist ist, was er wo erlebt hat und wieso all das nur in einem Tatra möglich war. Autor Werner Pöschko ist dem Wagen und seinen Fahrern auf kurvigem Kurs gefolgt – zwischen persönlichen Geschichten und politischer Geschichte. – Das Feature entstand im Rahmen von “rádio d-cz”: ein Projekt von “Zipp -deutsch-tschechische Kulturprojekte”, einer Initiative der Kulturstiftung des Bundes.

 

Die historische Aufnahme
Wolf Scheller im Gespräch mit Hans Jonas

Sonntag, 17. August 2014, 18:05 Uhr, hr2

Gespräch mit dem im Jahre 1903 geborenen Philosophen Hans Jonas. Jonas, der 1933 nach Palästina auswanderte, danach in Kanada und seit 1955 in den USA lebte und bis 1976 als Professor in New York lehrte, spricht über sein Leben und Werk.

Neben den Stationen seines Lebens und seiner Freundschaft mit Hannah Ahrendt spricht er über sein Hauptwerk “Das Prinzip Verantwortung”, das 1979 erschien und in der er eine “Ethik für die technologische Zivilisation” entwickelt. Jonas erhielt 1987 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.

 

Radiotipps in der Woche vom 4. bis 10. August 2014

 

Bruno S.
Als ich Mensch wurde, musste ich sterben

Von Annett Krause und Matthias Hilke

Mittwoch, 06.08.2014, 0.05 Uhr, DR Kultur

2010 fand man Bruno S. in seiner Berliner Wohnung tot am Flügel sitzend. Er war 78 Jahre alt und hatte seinen Nachnamen geheim gehalten. Instrumente waren seine Familie, denn 23 Jahre verbrachte er – auch während der Nazizeit – in der Isolation von Heimen und Psychiatrien. 1958 ging “der Bruno in Freiheit”, wurde Gabelstaplerfahrer und zog als Moritatensänger über Berlins Hinterhöfe. Werner Herzog war von Bruno S. und der Tragik seines Lebens so beeindruckt, dass er ihn als Kaspar Hauser engagierte. Sie gewannen den Großen Preis der Jury in Cannes. Doch den Menschen traute Bruno lange “nur soweit wie ein Schwein scheißen tut!”

Große Radio-Stimmen: Reinhard Raffalt
Familie Battistini fährt aufs Land und macht Abitur

Samstag, 09.08.2014, 13.05 Uhr, Bayern 2

Im Bayern 2-Sommerradio öffnet der Bayerische Rundfunk sein Schallarchiv für herausragende Produktionen im 20. Jahrhundert. Die Reihe “Offenes Archiv – Das Feature als Dokument seiner Zeit” widmet sich in den sechs Ausgaben dieses Sommers großen Radiostimmen.

Wenn es Mitte des letzten Jahrhunderts im Radio um Italien ging, dann erklang die Stimme Reinhard Raffalts für die große römische Kultur: Von den Porträts antiker Kaiser über Beschreibungen bedeutender Bauwerke bis hin zu großen Reisereportagen. Dr. Reinhard Raffalt war einer der Autorenpersönlichkeiten des frühen Bayerischen Rundfunks und lebte als freier Schriftsteller in Rom. Seine Features und Hörbilder bestechen jedoch nicht nur durch Raffalts genaue Beobachtung oder seine Freude am gewählten Thema, sondern gerade durch die eigene Art des Vortrags. Reinhard Raffalts Stimme unterstreicht die persönliche Sicht des Autors, etwas in den eigenen Augenschein zu nehmen und darauf die Bewertung zu stützen. Eine seiner beliebtesten Sendungen in den 50er Jahren war die Feature-Reihe “Familie Battistini”. Eine in bester Soap-Opera-Manier gehaltene Schilderung des italienischen Familienlebens jener Zeit. Hier verbindet Reinhard Raffalt seinen präzisen Blick auf die Alltagskultur mit seiner Virtuosität am Reportermikrofon. Dabei bleibt er ein freundlich gesinnter Erzähler, dessen Stimme Hörerinnen und Hörer immer weiter in ihren Bann und in die Mitte des Geschehens zieht. Das “Offene Archiv – das Feature als Dokument seiner Zeit” wiederholt zwei kürzere Folgen dieser Kultsendung der 50er Jahre. In der ersten Episode packt Familie Battistini die Koffer für eine Landpartie zu einem Onkel, bei dem sie zeitweise ihre Tochter untergebracht hat; in der zweiten dreht sich alles um deren Schulprobleme. Dabei geht es in der Familie – wie immer – hoch her.

Optimieren und Zurichten
Mit Philipp Schönthaler durch die Wirtschaftswelt

Von Joachim Büthe

Sa, 09.08.2014, 18.05 Uhr, DR Kultur

Wie die Wirtschaft funktioniert, ist beim Roman-Autor Philipp Schönthaler nicht das Thema. Ihn interessiert, wie ihre Akteure funktionieren, wie sie ihre Sprache optimieren, um obenauf zu schwimmen, um Machtverhältnisse zu etablieren oder aufrechtzuhalten.

In seinem Roman “Das Schiff das singend zieht auf seiner Bahn” wird der Manager-Coach zum Sprach-Berater. Der Zwang zur Selbstoptimierung erfordert jedoch eine Disziplin, die kaum durchzuhalten ist. Wie hinter der glatten Fassade die psychosomatischen Verkrüppelungen aufscheinen, dafür hat der Schriftsteller einen Blick entwickelt und wiederum selbst eine Sprache gefunden, um davon zu erzählen.

Hemingways Insel

Von Lorenz Schröter

Sonntag, 10.8.2014, 14.05 Uhr, SWR2

Der eine war Schriftsteller. Der andere war Staatsgründer. 1965, vier Jahre nach dem Tod von Ernest Hemingway, warf sein Bruder Leicester einen alten Automotor 15 Kilometer vor Jamaika in die Karibik, befestigte ein Floß daran und erklärte die schwimmende Insel zum Staat “New Atlantis”. Er ernannte sich selbst zum Präsidenten, führte eine eigene Währung ein, ließ Briefmarken drucken und plante den Ausbau des 30-Quadratmeter winzigen künstlichen Eilands zu einem Zentrum für Meeresforschung – bis ein Sturm den Staat wegfegte. Sechs Einwohner hatte “New Atlantis”: neben Leicester Hemingway und seiner Frau Doris deren Töchter Hilary und Anne und Julia Cellini und Edward K. Moss. Moss war CIA-Agent, Julia Cellini die Schwester eines Mafia-Boss. Sollte das Floß eine Beobachtungsstation in der Nähe von Fidel Castros Kuba sein? Oder ein Zufluchtsort für die Betreiber von Spielcasinos auf den Bahamas? Oder war es einfach ein völlig verrückter Traum? Lorenz Schröter hat die letzten Atlantis-Bewohner Hilary und Anne Hemingway besucht und sich die Geschichte ihres Vaters und seiner Insel erzählen lassen. Und nicht nur die …

Fischer im Gespräch mit Thomas Assheuer

Von Gottfried Bermann

Sonntag, 10. August 2014, 18:05 Uhr, hr2-kultur | Die historische Aufnahme

Über seine ersten Jahre im Verlag erzählt er im Gespräch mit Thomas Assheuer ebenso, wie über seine Erfahrungen mit Schriftstellern wie Alfred Döblin oder Thomas Mann, seine Erfahrungen in der Weimarer Republik und die Veränderungen durch den aufkommenden Faschismus. Breiten Raum nimmt die Zeit des Nationalsozialismus ein, in der Peter Suhrkamp die Geschäftsführung des S. Fischer Verlags übernahm und Bermann Fischer ins Exil gehen musste. Weitere Themen des Gesprächs sind seine verlegerische Tätigkeit in den USA, seine Auseinandersetzungen mit Peter Suhrkamp nach Ende der NS-Zeit und die Literaturproduktion in der unmittelbaren Nachkriegszeit.

 

Radiotipps für die Woche vom 21. bis 27. Juli 2014

Bis die Hunde uns finden
Reiseberichte von illegalen Grenzüberschreitungen

Von Eberhard Petschinka und Herbert Lauermann

Mittwoch, 23. Juli 2014, 00.05, DR Kultur

Auch im Februar 2014 stürmten wieder 200 Afrikaner den Zaun bei spanischen Exklave Melilla, der Europa von Afrika trennt. Sie erreichten das gelobte Land, Tausende andere bezahlen für ihren Traum mit dem Leben.

Die meisten aber werden gefasst und zurückgeschickt. Dramatische Geschichten ereignen sich auch an der österreichisch-tschechischen Grenze, an den französischen und italienischen Küsten. Viele Menschen riskieren ihr Leben, meist haben sie alles verkauft, um die Schlepper bezahlen zu können. Drei Migranten erzählen drei ›Reisegeschichten‹, die einer Odyssee quer durch Kontinente, Bürokratien-Dschungel und Warteräume gleichen.

Den Hals nicht vollkriegen
Eine akustische Maßregelung in zwölf Bildern

Von Thomas Palzer

Samstag, 26. Juli 2014, 13.05 Uhr, BR2

Gier, Unersättlichkeit und Wachstumswahn scheinen die Gegenwart zu dominieren – zusammen mit dem Gegenteil: dem Neid und der Magersucht. Die Finanzmärkte sind entfesselt, Großprojekte laufen aus dem Ruder, Big Data füttert Allmachtsphantasien. Während Wirtschaft, Forschung und Fortschritt ständig dabei sind, Grenzen zu überschreiten und das für gut zu heißen, bedeutet Mäßigung, die eigenen Grenzen anzuerkennen.
Immer mehr Menschen werden immer ärmer und stehen einer kleinen Schicht gegenüber, die ihrerseits immer reicher wird. Aber wozu ist Reichtum gut? Und wie viel ist genug? Ist ein Leben, das sich selbst genügt, ein gutes Leben? Wann ist das menschliche Maß wieder im Gleichgewicht.
Heute wird alles gemessen: das Glück; das Gewicht des Universums; die Tiefe des Schlafes; die Geschwindigkeit beim Joggen und die Streckenlänge, die man gelaufen ist; die Zeit, die man pro Woche am Computer verbringt; der Puls; der Feinstaubgehalt in der Luft; das Gewicht der Bakterien die unseren Darm besiedeln; usw. Und obwohl alles gemessen wird, haben wir immer öfter den Eindruck, dass das richtige Maß verloren gegangen ist. Aber was ist das richtige Maß? Und was bedeutet es, wenn einst gesagt worden ist, der Mensch sei das Maß aller Dinge? Hat die Maßlosigkeit ihre Wurzel nicht in der menschlichen Natur?
In diesem Feature halten wir uns streng an Aristoteles und sammeln wie dieser Meinungen. Und zwar an dem Ort, an dem wir leben, in unserer unmittelbarer Umgebung. Ethos heißt nämlich: Aufenthalt, Ort des Wohnens. Wir befragen Menschen, die mit Maß und Maßlosigkeit täglich konfrontiert sind; einen Mann, der mit Kondomen reich geworden ist und heute viel in Kunst und Bildung investiert – und eine Postbotin, die Post an reiche und arme Haushalte austeilt. Ein Taxifahrer, der den Mauerkircher-Stand bevorzugt, zwei Blumenbinderinnen, eine Service-Kraft u.a.
Wann ist nach Meinung all dieser Menschen das Maß voll? Wann ist es genug?
Und wann wäre es notwendig, dass wir uns mäßigen?

Brauch ich!
Das Messie-Syndrom

Von Dorothea Massmann

Samstag, 26. Juli 2014, 18.05 Uhr, DR Kultur

Zugemüllte Wohnungen, verdreckte Küchen, Berge schmutziger Kleidung, Batterien leerer Flaschen – das sind die Fernsehbilder, mit denen Messies gerne vorgeführt werden. Doch solche Extremfälle sind nur die Spitze des Eisbergs. Wo hört das Sammeln auf und wo fängt das Horten an? Wann wird das Horten zur Sucht – und wer sind die Süchtigen?

Drei Messies haben sich getraut und Feature-Autorin Dorothea Massmann in ihre Wohnung gelassen. Und während Schriftsteller Jens Sparschuh empathisches Verständnis für Sammelwütige zeigt, steht die Autorin fassungslos vor der tragischen Hinterlassenschaft einer Unbekannten.

Der Erste Weltkrieg-Ortung
Vermessung eines Militärstandorts

Von Kathrina Edinger und Eduard Stürmer

Sonntag, 27. Juli 2014, 14.05 Uhr , SWR2

Stetten am kalten Markt im Landkreis Sigmaringen auf der Schwäbischen Alb. 3500 Einwohner und ein Truppenübungsplatz: der Heuberg. Seit 100 Jahren ist das Militär für die Ortsbewohner Nachbar, Arbeitgeber und Kundschaft. 1914 sind es badische Truppeneinheiten, ab 1933 SA, Wehrmacht und SS. Auch ein KZ befindet sich auf dem Areal. Nach 1945 übernehmen französische Truppen das Gelände, heute ist der Heuberg einer der wichtigsten Standorte der Bundeswehr. Der Ort lebt mit dem Militär. Und er lebt vom Militär. Vergangenheitsbewältigung oder Geschichtsaufarbeitung finden kaum statt. Obwohl es Dokumente, Archive und Zeitzeugen gibt. Und Hobbyhistoriker – halb Betroffene, halb Beobachter. Wer ist man? Wo steht man? Worauf gründet man? Beim Versuch, sich selbst zu verorten, werden die Identitäts-Grenzen unscharf. “Ortung” unternimmt den Versuch einer Positionsbestimmung – zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

 

Ernst Jünger im Gespräch mit Julien Hervier

Sonntag, 27. Juli 2014, 18:05 Uhr, hr2-kultur: Die historische Aufnahme

 

In den folgenden Wochen wiederholt der HR in seinem Sommerprogramm ausgewählte Gespräche aus der Reihe “Der Dialog”, die im Hessischen Rundfunk in den 1970er und 1980er Jahren aufgenommen wurden.

Die Reihe beginnt einem Gespräch zwischen dem Schriftsteller Ernst Jünger, der 1895 in Heidelberg geboren wurde und 1998 starb. Jünger, der sich in seinen frühen Werken deutlich gegen die Weimarer Republik ausgesprochen hatte, wurde nicht nur durch Essays und phantastische Romane bekannt, sondern vor allem durch seine Kriegstagebücher “In Stahlgewittern”. In diesem Gespräch mit Julien Hervier, Professor für Komparatistik und Übersetzer und Herausgeber vieler Werke Ernst Jüngers ins Französische, erzählt Ernst Jünger aus seinem Leben.

 

Radiotipps für die Woche vom 14. bis 20. Juli 2014

Haut-Nah
Schnitt/Stelle/Körper/Seele

Von Ursula Rütten

Mittwoch, 16.6.2014, 0.05 Uhr, DR Kultur

Viel Hand wird an die Haut gelegt als Hülle zwischen Innen und Außen. Es regieren Nadel, Klinge, Laser, Farbe, Silikon und Geld. Längst sind Manipulationen am Körper nicht nur rituelle Praktiken von Stammeskulturen und gesellschaftlichen Außenseitern. Auch in unserer Gesellschaft wollen viele mittels schmerzhafter Veränderungen am eigenen Körper ihr Selbst optimieren.

Moderne Primitive? Verstörte Seelen? Suchen sie den ultimativen Kick im Reich der Sinne? Die Haut als Hauptdarsteller dieser Sendung horcht nach innen und außen, hin- und hergerissen zwischen Tattoo-Studios, Body-Modification und Modediktat.

Kreuzberg von oben.
Ein Versuch über Geld und Moral

Von Lorenz Rollhäuser

Mittwoch, 16.7.2014, 22.03, SWR2

Er lebte bis dahin eher bescheiden. Um Geld ging es ihm nicht. Doch dann erbte er. Obwohl er Erben eigentlich immer ungerecht fand. Er kaufte sich eine große Wohnung. Nun schaut er auf seinen Kiez herab, den sich immer weniger Menschen leisten können. Und er stellt sich Fragen: Wer bin ich jetzt? Auf welcher Seite stehe ich? Darf ich mein unverdientes Privileg einfach genießen? Oder schulde ich etwas? Er sucht Antworten und findet neue Fragen.
Das Feature wurde auf dem 1. Dokumentarfestival Karlsruhe, DokKa als beste Hördokumentation ausgezeichnet

Nach Hause telefonieren.
Call-Shop Stories

Von Martina Schulte und Andreas Becker

Samstag, 19.7.2014, 18.05 Uhr, DR Kultur

“My business is Heimweh”, sagt Melku. Der Äthiopier hat einen Telefonladen: Empfangstheke, Kühlschrank und Spielautomat, Internet-Terminals und sechs Telefonkabinen – Albanien 35 Cent, Kuba 80 Cent die Minute.

Melkus Kunden sind selten Deutsche, meist Zugewanderte und nicht alle besitzen gültige Papiere. Die Telefonkabinen sind der direkte Draht in die Heimat: Liebesgeflüster, Geldgeschäfte, Treueschwüre.

Die Autoren haben über Monate hinweg das Vertrauen der regelmäßigen Call-Shop-Besucher gewonnen und durften ihre Telefongespräche aufzeichnen.

 

This is not a love song
Die Geschichte von Nora Forster und Ari Up

Von Lorenz Schröter

Samstag, 19.7.2014, 13.05 Uhr, BR2
Wiederholung am Sonntag, 21.05 Uhr

Eine betörend schöne, blonde, junge Deutsche inmitten der brodelnden Londoner Clubszene der 70er Jahre. Vertraute von Jimi Hendrix, Freundin des Gitarristen und ersten Sex Pistols-Produzenten Chris Spedding, spätere Mrs. John Lydon, frühe Förderin von Punk-Musikern, darunter Joe Strummer. Er gibt ihrer Tochter, Ariane Gitarren-Unterricht. Als Ari Up wird diese später zur legendären Sängerin der Punk-Reggae-Band „The Slits“. Doch wie kam Nora Forster, die Tochter eines schwerreichen und erzkonservativen Zeitungsbesitzers aus Schwaben, elegante Marlene-Dietrich-Erscheinung, in die Mitte des damaligen Musik-Geschehens? Wie wurde sie zur femme fatal der Punk-Szene und warum entwickelte sie sich zur rätselumwobenen Sphinx?
Lorenz Schröter begibt sich auf die Spuren dieser ungewöhnlichen Frau und trifft zwischen Stuttgart und Kingston auf ehemalige Punk-Musiker, Rechtsanwälte in Berlin, obskure Schlagerstars in Bielefeld, noch mehr berühmte Punk-Musikerinnen und zwei Rasta-Zwillinge – deren Stief-Großvater Jonny Rotten kommt übrigens nur am Rande vor. Und die Protagonistin selbst? Sie schweigt. Meist.

Das schönste Kino der Welt.
Der größte Traum des Abraham Tuschinski

Von Lou Brouwers

Sonntag, 20.7.2014, 14.05 Uhr, SWR2

Der 17-jährige Abram Tuszynski entflieht wie viele polnische Juden zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Pogromstimmung und dem langen Arm von Zar Nikolaus II. Er träumt davon, in Amerika ein neues Leben als Schneider anzufangen. In Rotterdam muss er einige Wochen auf ein Schiff warten und entdeckt in der Stadt eine Attraktion: die bewegte Fotografie. Also bleibt er, nennt sich fortan Abraham Tuschinski und steigt ins Kinogeschäft ein. 1921 eröffnet er in Amsterdam einen wahren Tempel der Cinematografie: das Theater Tuschinski. Bis zu seiner Deportation nach Auschwitz zeigt Tuschinski alle wichtigen Kinofilme seiner Zeit. Der Kinopalast existiert noch heute: das schönste Kino der Welt.

Stauffenberg – eine deutsche Biographie

Von Michael Marek

Sonntag, 20. Juli 2014, 18:05 Uhr, hr2

Der 20. Juli 1944, vor genau 70 Jahren, ist zum Symbol für den Widerstand gegen das NS-Regime geworden. Untrennbar verbunden ist damit der Name des Attentäters: Claus Schenk Graf von Stauffenberg.

Aus dem hitlertreuen Offizier wird während des Krieges ein überzeugter Regimegegner. Am 20. Juli 1944 zündet Stauffenberg im “Führerhauptquartier” eine Bombe, um Hitler zu töten. In seinem Feature zeichnet Michael Marek den Ablauf der “Operation Walküre” anhand von Original-Dokumenten, Zeitzeugen- und Historikerinterviews nach und schildert den Lebensweg Stauffenbergs.

 

Radiotipps für die Woche vom 7. bis 13. Juli 2014

 

Affentheater in Epidauros
Verklungene Lautsphären – Über die akustische Wahrnehmung der Welt

Von Helmut Kopetzky

Mittwoch, 9. Juli 2014, 00.05 Uhr, DR Kultur

Ein physikalisches Wunder ist die Akustik des Amphitheaters von Epidauros auf dem Peloponnes. Fremdenführer werfen Münzen auf einen Stein und wenn es still ist, hört man das “Kling” noch in der obersten Sitzreihe. Leider folgt eine Besuchergruppe der nächsten und der Lärm löscht das Soundmirakel wieder aus.

Aber schon vor Erfindung des Massentourismus war die Klang-Umwelt keinesfalls heil. Mit Hilfe des kanadischen Sound-Pioniers R. Murray Schafer und eigener Recherchen versucht der Autor die Rekonstruktion akustischer Räume aus einer Zeit, als wir Geräusche noch nicht beliebig ein- und wieder ausschalten konnten – als das Leben noch live war.

Moderne Kassandras
Forscher suchen bei Rückversicherern nach den Katastrophen von Morgen

Von Caspar Dohmen

Mittwoch, 9. Juli 2014, 22.03 Uhr, SWR2

Die Versicherer blicken bei der Kalkulation von Risiken gewöhnlich zurück und füttern mathematische Modelle mit statistischen Daten. So kalkulieren sie mögliche Szenarien von Erdbeben, Epidemien oder Massenkarambolagen auf Autobahnen. Blind ist diese Methode jedoch, wenn es um neue Risiken geht. Um diese Gefahren aufzuspüren, beschäftigen große Rückversicherer Forscher, die Szenarien für die Zukunft entwerfen. Sie beschäftigen sich mit dem möglichen Einfluss von Sonnenstürmen auf die Stromversorgung genauso wie mit dem Einfluss politischer Veränderungen auf die Wirtschaft oder den Folgen der Nanotechnologie. Diese winzigen Teilchen gelten als eine Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts, verursachen möglicherweise aber auch Krankheit und Tod bei Beschäftigten und Konsumenten. Für die Versicherungswirtschaft sind ihre modernen Kassandras überlebensnotwendig, denn wer Risiken falsch einschätzt, geht pleite.

 

Kreisverbrecher im falschen Krieg
Der Fall Charles Taylor

Von David Hecht

Sa, 12. Juli, 18.05, DR Kultur

In Liberia tobte in den 1990er-Jahren ein brutaler Bürgerkrieg, für den Charles Taylor als Rebellenführer und später als Präsident mitverantwortlich war. Er wurde verhaftet und vor einen internationalen Gerichtshof gestellt.

50 Jahre Haft lautete 2012 das Urteil für den 65-jährigen Taylor – doch nicht für die Gräueltaten, die in seinem Land verübt wurden, sondern wegen “Beihilfe” zu Verbrechen gegen die Menschlichkeit im benachbarten Sierra Leone. Alle Prozessbeteiligten hatten Berufung eingelegt, doch 2013 wurde das Urteil bestätigt.

Der Autor dieses Features war der erste Pressesprecher des Sondergerichtshofs für Sierra Leone.

Grandhotel für Alle!

Von Marianne Weil

Samstag, 12. Juli 2014, 13.05, DR Kultur
Wiederholung am Sonntag, 21.05 Uhr

In Bayern gibt es ein einzigartiges Projekt: Eine basisdemokratisch organisierte Gruppe von Künstlern und anderen Aktivisten in Augsburg renoviert ein leerstehendes Haus, nennt es Grandhotel Cosmopolis und lädt Hotelgäste und Asylbewerber ein, mit ihnen unter einem Dach zu leben. In der Bar gibt es Kaffee, Kuchen und Bier. Im Keller finden Konzerte statt. Demnächst eröffnet eine Bürgerküche mit Gerichten aus aller Welt. Die Flüchtlinge sind nicht in Baracken am Stadtrand abgeschoben. Die Augsburger können das exotische Gemisch gefahrlos erkunden. Das Projekt ist inzwischen berühmt geworden, doch es findet nicht im luftleeren Raum statt. Die Idee stößt an die Mauern der europäischen Flüchtlingspolitik. Die Autorin hat sich mehrfach im Grandhotel einquartiert, erst auf der Baustelle, dann in einem realen Hotelzimmer.

 

Ein undramatisch Ding?
Über die Kunst, lange und glücklich verheiratet zu sein

Von Astrid Nettling

Sonntag, 13. Juli 2014, 18:05 Uhr, hr2-kultur

 

Dass die Ehen im Himmel geschlossen und auf Erden vollzogen werden, ist eine Binsenweisheit. Bundesweit werden mehr als ein Drittel aller Ehen irgendwann einmal wieder geschieden.

 

Umfragen belegen, dass trotzdem die lebenslange Liebe wie die lebenslange Ehe immer noch und immer wieder die Sehnsucht und das Ziel von Männern wie Frauen darstellt. Wie aber wird aus diesem Wunsch eine geglückte Wirklichkeit? Das erkundete die Autorin in diesem Feature und befragte dazu Psychologen, Philosophen und lang verheiratete Paare.

 

Radiotipps für die Woche vom 23. bis 29. Juni 2014

Der mörderische Informant

Von Kai Laufen

Mittwoch, 25.6.2014, 22.30, SWR2

Er behauptet, beste Kontakte zu schwer kriminellen Plutonium-Schmugglern zu haben. Tatsächlich ist er selbst schwer kriminell. Er ergaunert Millionen, führt ein Luxusleben mit Rennwagen und Lear-Jet, begeht einen brutalen Mord und spielt mit den Ermittlern Katz und Maus. Denn die haben ihn als V-Mann engagiert. Von Süddeutschland bis Südafrika und rund um den halben Globus führt die Spur des Unfassbaren. Das ARD radiofeature verfolgt sie und stellt die Frage: Wer kontrolliert die Informanten? Und wer kontrolliert die Kontrolleure?

 

Teslanauten
Eine Reise auf den Gehirnströmen des Mannes, der das Licht eingeschaltet hat

Von Mithu Sanyal und Christian Ahlborn

Sonntag, 29.6.2014, 14.05, SWR2

Wechselstrom, Generatoren und Transformatoren, Oszillatoren, Turbinen, Spulen und Ventile, drahtlose Energie und Nachrichtenübertragung. 112 Patente hat der Physiker, Ingenieur und Erfinder Nikola Tesla (1856 – 1943) angemeldet. Einige davon waren genial und epochal, andere eher verrückt und fantastisch. Doch was immer Tesla plante, stets umgab ihn eine magisch-mysteriös britzelnde Aura. Buchstäblich, denn bei seinen Vorträgen vor begeisterten Zuschauermassen ließ er gerne Entladungsblitze an seinem Körper aufleuchten. Anfang des 20. Jahrhunderts war Tesla eine Art High-Tech-Popstar, ein Strom-Schamane und Magnetfeld-Magier, dessen Leben nicht weniger bizarr war als seine Erfindungen. Hatte er nicht auch eine Zeitmaschine entwickelt und behauptet, Kontakte zu Außerirdischen zu haben? Auf jeden Fall hat Tesla bis heute Fans und Anhänger, die von ihm elektrisiert sind.

 

Bei Liebeskummer Sokrates?

Philosophen als Lebensberater

Von Rosvita Krausz

Sonntag, 22. Juni 2014, 18:05 Uhr, hr2-kultur

 

“Der soziale Sinn der Philosophie ist ihre Praxis im Gespräch”, sagen die philosophischen Praktiker. Ähnlich wie Psychotherapeuten oder Seelsorger bieten sie ihre Dienste in Krisenlagen an.

Aber anders als diese, die einen Krankheitsbegriff haben oder von einem religiösen Weltbild aus argumentieren, verstehen sich Philosophen als wertfreie Gesprächspartner. Sie bieten sich als Navigatoren im Dickicht des Denkbaren an. Rosvita Krausz hat sich bei praktischen Philosophen und deren Kritikern umgehört.

 

Radiotipps für die Woche vom 2. bis 8. Juni 2014

 

Großvaters Doppelleben
Dunkle Seiten des Familienlebens

 

Von Anna Thaulow

Mittwoch,  04.06.2014, 00:05 Uhr, DR Kultur

Eine junge Frau entdeckt, dass die Vergangenheit ihrer Familie ganz anders ist, als sie immer angenommen hat. In Erinnerungen, Tonbandaufzeichnungen und Stimmen von Familienangehörigen zeigt sich das doppelte Leben ihres Großvaters, der nach seinem Tod zwei Familien zurücklässt, die nichts voneinander wissen. Aus dem reichhaltigen Archivmaterial entsteht eine sehr persönliche Reise zu den dunklen Seiten des Familienlebens und, in Verbindung mit Reflexionen über das Schattendasein einiger  Familienmitglieder, eine aufregende Geschichte über das Leben, die Liebe, den Tod und andere Geheimnisse.

Sanfte Siedler
Israels kreativer Wahnsinn in der Westbank

 

Von Jochanan Shelliem

Mittwoch, 04.06. 2014, 22.03 Uhr, SWR2

Sie siedeln in Judäa und in Samaria – die einen mit biblischer Mission, andere mit Häkelkäppi und Gewehr. Immer häufiger aber finden säkulare Zuwanderer auf Suche nach günstigem Wohnraum ein Zuhause in den jüdischen Siedlungen. “Wir kommen”, steht auf vielen Autostickern. Heiliger Boden wird konfisziert, kniehoch ist bloß der Zaun. Mehr als die Hälfte der Neuankömmlinge sind inzwischen arme, kinderreiche Familien, die auf den Rückzug des israelischen Wohlfahrtstaates reagieren. Denn im Westjordanland gibt es staatliche Subventionen, sowohl um einen Beruf zu erlernen, als auch um Häuser zu kaufen. Andere kommen als Aussteiger: Lyriker, Intellektuelle, Biobauern. Sanfte Siedler, die arabische Besitzdokumente ignorieren und romantische Gedichte schreiben, die biblischen Festungsruinen immer im Blick.

 

Die Nokia-Karawane
Oder: Das Prinzip des Wanderkapitalismus

 

Von Andreas Maus und Karmen Frankl

Samstag, 07.06.2014, 00:05 Uhr, DR Kultur

Durch Steppen, Wüsten und Gebirge sind Mensch und Tier unterwegs auf abenteuerlicher Reise: so der Mythos “Karawane”. Die Karawanen heute sind weniger pittoresk. Konzerne ziehen als Herstellungskarawanen rund um den Globus, immer dorthin, wo Lohnkosten sinken, wo Steuergeschenke und Subventionen locken, wo ein Markt kurzfristig interessant ist. Der finnische Mobilfunkgeräte-Hersteller Nokia machte 2008 sein Werk in Bochum dicht und verlagerte die Produktion nach Rumänien. Um auch da im Frühjahr 2012 die Zelte wieder abzubrechen und weiter nach Südostasien zu ziehen.

 

Der Duft der weiten Welt
Gewürzhandel gestern und heute

Von Michael Marek und Sven Weniger

Sonntag, 08.06.2014, 18:05 Uhr, hr2-kultur

In der Antike waren sie wertvoller als Gold. Abenteurer wie Marco Polo und Christoph Kolumbus suchten nach ihnen auf ihren Entdeckungsreisen. Handelsrouten wurden für sie errichtet, Kriege um sie geführt. Gewürze haben sich bis heute den Duft unbekannter Welten bewahrt.

Hamburg ist die Gewürzmetropole Deutschlands. 80 000 Tonnen werden hier jährlich umgeschlagen. Die Hafenstadt hat das einzige Gewürzmuseum der Welt. Die Autoren haben sich auf Spurensuche begeben. Sie trafen Händler und Verkäufer, besuchten Manufakturen und Geschäfte, spürten in Büchern und Kochtöpfen den Geheimnissen der exotischen Zutaten nach.

 

 

 

Radiotipps in der Woche vom 26. Mai bis Sonntag, 1. Juni 2014

Gekommen, um zu bleiben
Die neuen Einwanderer aus Bulgarien und Rumänien

 

Von Achim Nuhr

 

Mittwoch, 28.5.2014, 22.03 Uhr, SWR2

 

Seit Januar gilt in Deutschland die “volle Arbeitnehmerfreizügigkeit” auch für EU-Ausländer aus Bulgarien und Rumänien: Sie können jetzt ohne Erlaubnis kommen und hier arbeiten. Deshalb rechnet die Bundesagentur für Arbeit mit jährlich bis zu 180.000 Einwanderern aus beiden Ländern. Diese Immigranten sind sehr verschieden ausgebildet: Der Anteil der “Geringqualifizierten” wuchs zuletzt auf 35 Prozent, aber beachtliche 25 Prozent sind Akademiker.

 

„Der Augenblick ist Ewigkeit“
Über unser Verhältnis zur Zeit

 

Von Sabine Appel

 

Donnerstag, 29.5.2014, 14:05 Uhr, hr2

 

 

 

Da die Zeit unser Leben wie nichts sonst determiniert, beschäftigt sie uns auch sehr häufig in unserer Alltagserfahrung. Die objektiv messbare Größe der Zeit unterscheidet sich mitunter beträchtlich vom subjektiven Zeitbewusstsein des Menschen.

 

Die Erfindung der Uhr, eines mechanischen Zeitmessers, hat unser Verhältnis zur Zeit grundlegend geändert. Seit Einstein wissen wir: Sie ist abhängig vom Bezugskörper. Untrennbar mit unserem Zeitbewusstsein verbunden ist unser Todesbewusstsein, das Wissen darum, dass unsere Wegstrecke endlich ist. Zeit als Möglichkeit, als Entwurf, Zeit in der Geistesgeschichte und in der Naturwissenschaft, Zeit in den Religionen und Zeit in der Kunst, Zeit als Alltagserfahrung oder im Rückblick des Lebens. Ein Sammelsurium möglicher Antworten soll in diesem Feature auf die Frage erteilt werden: Was ist, wie erleben wir Zeit?

 

Die geheime Moral der Waffenindustrie

 

Von Johannes Nichelmann

 

Samstag, 31.05.2014, 13:05 Uhr, Bayern 2
Wiederholung am Sonntag, 21.05 Uhr

 

Die Maus schwankt, ihre Atmung wird immer schwerer, das Herz langsamer. Unkontrollierte Bewegungen, Atemstillstand, dann der Tod. In einem wissenschaftlichen Experiment handelten durchschnittliche Bürger in Deutschland mit dem Leben von Mäusen. Wer die gesunden Tiere zur Tötung bestimmte, verdiente damit einige Euro. Die Versuchsleiterin ist schockiert, in welcher Deutlichkeit ihr Experiment belegt, dass der Markt die Moral zerstört.
Zeitgleich berichtet der Vertreter der deutschen Rüstungsindustrie, dass sich seine Branche keinen moralischen Fragen zu stellen brauche. Das Denken müsste die demokratisch legitimierte Politik übernehmen. Diese sei schließlich für alles verantwortlich, was an Bomben, Drohnen, Gewehren und U-Booten ins Ausland verkauft werde.
Das Feature unterzieht dies einer praktisch-philosophischen Betrachtung, erzählt vom Kreislauf der Abhängigkeiten und dem unbedingten Glauben an die Endverbleibskontrolle.

 

 

 

Vater zieht in den Krieg
Eine Reise durch Frankreich in 6 Bildern

 

Von Christiane Seiler

 

Samstag, 31.05.2014, 18:05 Uhr

 

Jahrzehntelang lag das Album in einer Ecke des Bücherregals, gelegentlich zog die Autorin es hervor und blätterte darin. Als Kind bewunderte sie die Soldaten und Pferde, später begriff sie, was es dokumentiert: Fotos, handgezeichnete Karten und Texte beschreiben den Frankreichfeldzug ihres Vaters im Mai und Juni 1940.

 

Mehr als 70 Jahre danach bricht sie auf, um seinen Weg nachzuvollziehen, in Begleitung des Fotografen Pierre Bourdis. Sie entdeckt die französische Seite der Geschichte. Hört von Pierres Vater, der als Reaktion auf den deutschen Einmarsch in den Untergrund ging. Und macht nebenbei Bekanntschaft mit ihrem Großvater, den im Oktober 1914 eine englische Kugel ins Herz traf.

 

Timothy Moores
Regisseur bei Loriot, Butler in hohen Häusern, Kumpel im Bergbau

 

Sonntag, 1.6.2014, 14.05 Uhr, SWR2

 

Von Richard Klug

 

Ein Brite mit einem Lebenslauf wie eine Achterbahn – ganz hoch oben, aber in Windeseile auch wieder ganz tief unten.  Timothy Moores, 71 Jahre alt, geboren in Wales, wohnhaft in Kiel, hat mehr Karrierehöhen und -tiefen durchlebt als ein Leopard Flecken hat. Regisseur und Mitautor von Loriot, Butler in hohen Häusern, aber auch Kohle fördernder Kumpel in England. Absolvent englischer Eliteschulen und fasziniert vom deutschen Volk. 1961 kommt er zum ersten Mal nach Deutschland, danach immer wieder, auch für längere Zeit. Und hier ist er hängen geblieben, der Liebe wegen. Er kennt die deutsche und die englische Seele wie kaum ein anderer. Sein Fazit: “In England leben wir mit dem Chaos. Deutsche haben einen Plan.”

 

Arbeitsplatz Deutschland –
Die  neuen Einwanderer aus Bulgarien und Rumänien

 

Von Achim Nuhr

 

Sonntag, 1. Juni 2014, 18:05 Uhr, hr2-kultur

 

Seit Januar 2014 gilt in Deutschland die “volle Arbeitnehmerfreizügigkeit” auch für die EU-Bürger Bulgariens und Rumäniens. Schon im Vorfeld gab es hitzige Debatten über mögliche Folgen: Wer wird davon Gebrauch machen, wie wird der Arbeitsmarkt beeinflusst?

 

Wie viel werden die Einwanderer aus Europas ärmster Region zum wirtschaftlichen Erfolg Deutschlands, zur Stabilisierung der Sozialkassen beitragen? Wie steht es um die Qualifikation dieser Immigranten? Die Bundesagentur für Arbeit rechnet mit jährlich bis zu 180 000 Einwanderern aus diesen beiden Ländern. Von rechten Kräften werden Ängste geschürt vor einer massenhaften Einwanderung von Roma, die in ihrer Heimat verfolgt und geächtet sind. Der Autor hat mit Einwanderern und Einheimischen gesprochen.

 

 

Radiotipps für die Woche vom 19. bis 25. Mai 2014

Kurzstrecke 25
Feature, Hörspiel, Klangkunst

Zusammenstellung: Barbara Gerland, Ingo Kottkamp, Jan Rohlf

Mittwoch, 21.05.2014, 00:05 Uhr, DR Kultur

Kurz, ungewöhnlich und nicht länger als 20 Minuten: Innovative, zeitgemäße, radiophone Hörstücke aus den Genres Feature, Hörspiel und Klangkunst können an uns geschickt werden. Wir wählen die interessantesten aus und stellen sie in dieser monatlichen Sendung vor. In der aktuellen Ausgabe der Kurzstrecke präsentieren wir unter anderem:
Birdless
Von Irvic d‘Olivier
Vögel, Insekten und Brüllaffen: Willkommen in Costa Rica.Heike
Von Markus Riexinger
Girl meets Boy. Wenn es nur so einfach wäre…

Ein Kontingent sucht Asyl

Von Thilo Guschas

Mittwoch, 21.05.2014,  22.03 Uhr, SWR2

Das Ehepaar R. ist mit seinen fünf Kindern aus dem syrischen Aleppo geflohen. Ein Jahr verbrachte die Familie im Libanon, bevor sie nach Deutschland reisen durfte. 10.000 Syrer will Deutschland aufnehmen. Viel zu wenig, klagt die evangelische Kirche und fordert 100.000. Viel zu viel, klagen schon jetzt Kommunen und Gemeinden, wo die Syrer unterkommen sollen. Im Gegensatz zu anderen Flüchtlingen erhalten syrische “Kontingent”-Flüchtlinge sofort Asyl und auch eine Arbeitserlaubnis. Kritiker sprechen bereits von Flüchtlingen erster Klasse. Nach welchen Kriterien werden sie ausgewählt?

 

Mimis Muff
Die Entstehung einer Oper in vier Akten

Von Jens Schellhass

Samstag, 24.05.2014, 18:05 Uhr DR Kultur

Es ist die “Stunde Null”, vor der sich Benedikt von Peter immer wieder fürchtet, die Zeit, in der er zum ersten Mal über eine Inszenierung nachdenkt. Jens Schellhass hat den Opernregisseur über neun Monate begleitet und die Entstehung der Oper “La Bohème” am Bremer Theater dokumentiert. Wir erleben, wie Benedikt von Peter mit dem Libretto ringt. Geht es wirklich um die wahre Liebe? Scheitern. Weitere Hürden bauen sich auf: Die Herren sollen in Frauenkleidern Ballettunterricht nehmen. Das Theater erwartet einen Erfolg, das Publikum soll strömen, auch des Geldes wegen, und um die Politik nicht zu enttäuschen. Der Druck wächst, bis zum Premierenabend. Im Anschluss an das Feature senden wir einen Mitschnitt der Bremer Inszenierung.

Wir Middle-Ager
Lebensentwürfe der Generation 50plus

Von Jochen Rack

Sonntag, 25.05.2014, 14.05 Uhr, SWR2

“Die menschliche Seele hat ihre Lebensalter wie der Körper”, schrieb Johann Gottfried Herder und bestätigte dem Mann mittleren Alters, der seine jugendlichen Leidenschaften hinter sich gelassen hat, “Bonsens, Weisheit zu Geschäften, Weisheit und Erfahrung”. Weniger optimistisch sah es Hermann Hesse: “Man vertrottelt, man versauert, / man verwahrlost, man verbauert / und zum Teufel gehen die Haare. / Auch die Zähne gehen flöten …” – Wer 50 wird, hat die “Hälfte des Lebens” und vielleicht die Midlifecrisis schon hinter sich, aber was hat er noch vor sich, was bleibt zu tun und wünschen übrig?
Wer jetzt keine Karriere hat, macht keine mehr. Wer jetzt nicht riestert, braucht damit nicht mehr beginnen. Und wer kinderlos ist, wird es vermutlich bleiben. Keine Frage, in der postmodernen Kultur haben sich die Lebensalter nach hinten verschoben, “Forever Young” verspricht die Schönheitsindustrie und Mick Jagger führt sich auch mit 65 noch auf wie ein Teenager. Aber welche Kleider, welche Gesten, welche Werte, welche Ideen und welcher Partner passen zu einem Menschen mittleren Alters? Und wie unterscheidet sich die Erfahrung des Alterns zwischen Mann und Frau? Das mittlere Alter: Chance für Gelassenheit und Reife oder Anlass zur Torschlusspanik?